12.04.2013
Forschungsprojekte der Deutschen Rheuma-Liga Bundesverband e.V.
Laufende Projekte
Physiotherapeutische Versorgung von Patientinnen und Patienten mit rheumatoider Arthritis
(Promotionsarbeit von Andrea Pfingsten, M. Sc., HAWK, Hildesheim/Holzminden/Göttingen & Martin-Luther-Universität, Halle-Wittenberg)
- Ziel: Die stärkere Patientenorientierung bei Therapieentscheidung zum einen durch Identifizieren von Einflussfaktoren (u. a. Symptome, Krankheitsphasen, Setting) auf den Bedarf an Physiotherapie von Patientinnen und Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) und zum anderen durch Zusammenfassen des wissenschaftlichen Kenntnisstandes zur Effektivität von Physiotherapie in Abhängigkeit von Charakteristika der Betroffenen.
- Methode: Die Einflussfaktoren auf den Bedarf an Physiotherapie und die empfundene Berücksichtigung dieser Faktoren werden mit einer Fragebogenerhebung erhoben. Der wissenschaftliche Kenntnisstand wird durch eine systematische Suche und Analyse von Ergebnissen bereits durchgeführter Studien ermittelt. Dabei werden Studien zur Wirkung von physiotherapeutischen Maßnahmen unter Alltagsbedingungen sowie die Wirksamkeit im Rahmen experimenteller Forschung einbezogen.
Rheuma und Alter
Versorgung der über 65-jährigen Menschen mit chronisch entzündlichen rheumatischen Erkrankungen in Deutschland – eine Routinedatenanalyse mit dem Schwerpunkt Pflege
(Silvia Klein, IGES Institut, Berlin)
- Ziel: Die Identifikation der Krankheitshäufigkeit (Prävalenz), der realen medizinischen Versorgungsinanspruchnahme und der dadurch entstehenden Kosten bei Menschen mit rheumatoider Arthritis, Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew) und Psoriasis-Arthritis im Alter von 65+ Jahren
- Methode: Analyse von Routinedaten in Bezug auf
-Häufigkeit der Erkrankungen und Auftreten von weiteren Krankheiten, die mit den rheumatischen Erkrankungen in Zusammenhang stehen (Komorbiditäten),
-auf die in Anspruch genommenen Versorgungsleistungen,
-auf die in Anspruch genommenen Pflegeleistungen und
-auf die entstandenen Kosten – und der Vergleich mit Menschen derselben Altersgruppe ohne rheumatische Erkrankungen.
Rheuma und Alter
Teilhabe im Alter – Was kann die Deutsche Rheuma-Liga tun?
Möglichkeiten der bedarfsgerechten Weiterentwicklung von Angeboten für ältere Menschen (65+) mit rheumatischen Erkrankungen zum Erhalt der sozialen Teilhabe
(Prof. Dr. Wilfried Mau/Dipl.-Soz. Anja Thyrolf/ Stefanie Gutt, M.Sc., Martin-Luther-Universität, Halle-Wittenberg)
- Ziel: Die Identifikation von Selbsthilfeangeboten und Möglichkeiten der Unterstützung von älteren Menschen mit rheumatischen Erkrankungen (65+) durch die Deutsche Rheuma-Liga, um so die soziale Teilhabe erhalten und verbessern zu können
- Methode: In der ersten Phase findet eine Befragung der Landes- und Mitgliedsverbände der Deutschen Rheuma-Liga zu ihren Angeboten statt. In der zweiten Phase werden rheumakranke Menschen im Altersbereich von 65 bis 84 Jahre befragt. Die Befragung schließt sowohl Mitglieder als auch Nicht-Mitglieder der Rheuma-Liga ein.
Zusammenhang zwischen Parodontitis und Verlauf der frühen Arthritis in der Beobachtungsstudie CAPEA (Course and Prognosis of Early Arthritis)
(Dipl. Psych. Gisela Westhoff, Deutsches Rheuma-Forschungszentrum, Berlin)
- Ziel: Viele wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass die Parodontitis, eine sehr verbreitete chronische Entzündung des Zahnhalteapparats, Entstehung und Verlauf von entzündlichen Gelenkerkrankungen beeinflussen kann. Um diesen Zusammenhang künftig an großen Gruppen von Patienten mit entzündlich-rheumatischen Krankheiten besser erforschen zu können, bedarf es eines Selbstbeurteilungs-Fragebogens zur Erfassung der Mundgesundheit, insbesondere der Schwere der Parodontitis (Mundmoduls).
- Methode: Befragung von rund tausend Teilnehmer/innen der CAPEA-Kohortenstudie anhand des illustrierten Mundmoduls. Evaluierung des Mundmoduls an Befunden und Röntgenbildern des Zahnhalteapparates, die die Zahnärzte bei Einwilligung ihrer Patienten der Studienzentrale im DRFZ zur Verfügung stellen.
-Damit das Mundmodul von allen Studienteilnehmern eindeutig verstanden werden kann, werden die Fragen mit Abbildungen illustriert.
-Die Patientenangaben zur Mundgesundheit werden mit Zahnarztbefunden verglichen und so auf ihre Zuverlässigkeit geprüft (evaluiert).
-Erweisen sich die Selbstberichte der Studienteilnehmer als zuverlässig, können sie zur Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Mundgesundheit und Schwere der Arthritis verwendet werden.
-Es wird außerdem geprüft, ob die selbstberichtete Mundgesundheit geeignet ist, den Verlauf der Arthritis vorauszusagen, d.h. ein Prädiktor für den Krankheitsverlauf ist. - Ergebnisse: Erste vorläufige Ergebnisse werden im September 2013 auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie vorgestellt.
Mundgesundheitliche Probleme und Implantat-Versorgung bei Patientinnen mit Sjögren Syndrom
(Dipl. Psych. Gisela Westhoff, Dr. med. Thomas Dörner, Prof. Dr. med./med.dent. Thomas Dietrich, Prof. Dr. rer. pol. Angela Zink, DRFZ, Berlin)
- Ziel: Erfassung der Sicherheit von Zahnimplantaten bei Patientinnen mit Sjögren- Syndrom.
- Methode: Anhand eines Mundmoduls wurden 199 Sjögren-Patientinnen zu Mundgesundheit und Zahnersatz, insbesondere zu Zahnimplantaten, befragt. Die Patientendaten wurden mit denen gleichaltriger Kontrollen und Ergebnissen aus zahnmedizinischen Publikationen verglichen.
- Ergebnisse: Deutlich mehr Patientinnen als Kontrollen hatten herausnehmbare Teil- (26% Patientinnen vs. 20 % Kontrollen) und/oder Totalprothesen (15 % Patientinnen vs. 6% Kontrollen) sowie Zahnimplantate (16 % Patientinnen vs. 8 % Kontrollen). Die 32 Patientinnen mit Implantaten hatten sich insgesamt 104 Implantate setzen lassen. Bei 5 Implantatträgerinnen musste je 1 Implantat wieder entfernt werden. Diese Verlustquote war trotz krankheits- und therapieassoziierter Risiken nicht höher als bei postmenopausalen Frauen aus der Normalbevölkerung. Annähernd alle Implantatträgerinnen waren hoch zufrieden mit der Implantatversorgung und alle gaben an, anderen Sjögren-Betroffenen Implantate empfehlen zu können. Die Ergebnisse ermutigen, trotz der Erkrankung Zahnimplantate zu erwägen.
Erkrankung, Beruf und Arbeitssituation- Eine Studie für Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) oder systemischem Lupus erythematodes (SLE)
(PD Dr. med. Jutta Richter, Prof. Dr. med. M. Schneider, Universitätsklinikum Düsseldorf)
- Ziel: Identifikation der Faktoren, die die Zufriedenheit in der Arbeitssituation bei Rheumatiker/inne/n determinieren.
- Methode: Im Rahmen einer Querschnittsstudie wurden deutschlandweit 252 berufstätige SLE- und 267 berufstätige RA-Patient/inn/en anhand eines standardisierten von den Patient/inn/en selbst auszufüllenden Fragebogensets, u.a. zur Arbeits- und Lebenszufriedenheit bzw. zu psychosozialen Arbeitsbelastungen, befragt.
- Ergebnisse: Eine hohe Anzahl von RA- und SLE-Patient/inn/en zeigt Hinweise auf berufliche Krisen, die durch starke berufliche Verausgabung zustande kommen, wenn diese Verausgabung nicht angemessen entschädigt wird (Gratifikationskrise). Außerdem zeigten die Ergebnisse auch eine übersteigerte Verausgabungsbereitschaft.
Abgeschlossene Projekte 2012
Durchführung einer Patientenbefragung zum Fibromyalgiesyndrom
(PD Dr. med. Winfried Häuser Klinikum Saarbrücken)
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Erfassung des reproduktiven Outcomes bei Patientinnen mit rheumatoider Arthritis (RA) und juveniler idiopatischer Arthritis (JIA)
(Promotionsarbeit von Cand. Med. Sophie Wähnert, Universität Jena)
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Fokus „Transition“ – wie funktioniert der Wechsel von pädiatrischen in die internistische rheumatologische Betreuung?
(Dr. med. Kirstin Minden, Martina Niewerth, DRFZ, Berlin)
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Abgeschlossene Projekte bis 2011
Weiterhin gibt es Forschungsförderung in den einzelnen Landes- und Mitgliedsverbänden der Rheuma-Liga und in der Wolfgang-Schulze-Stiftung in Berlin.
