Schneller zum Rheumatologen?

Termin beim Facharzt -  mit den Terminservicestellen soll dies zukünftig schneller gehen, Foto clipdealer

Seit dem 25. Januar 2016 sollen Terminservicestellen (TSS) die Wartezeit auf einen Termin beim Facharzt für Kassenpatienten auf vier Wochen begrenzen. Hier sind wichtige Fragen und Antworten zusammengestellt.

Welche Termine vermittelt die TSS?

Der Terminservice vermittelt nur Facharzt-Termine, keine Termine beim Psychotherapeuten, bei Zahnärzten oder bei Kieferorthopäden. Auch Hausärzte sowie Kinder- und Jugendärzte sind ausgenommen. Das gilt auch für verschiebbare Untersuchungen, etwa bei Früherkennungsuntersuchungen oder Bagatell-Erkrankungen.

Brauche ich eine Überweisung?

Für Termine beim Augen- oder Frauenarzt ist keine Überweisung notwendig. Ansonsten brauchen Sie eine Überweisung vom Haus- oder Facharzt. Die Überweisung muss besonders gekennzeichnet sein. Die TSS fragen nach dieser Codierung.

Bekomme ich einen Wunschtermin?

Wunschtermine gibt es nicht – die TSS vermittelt innerhalb einer Woche einen Termin beim Facharzt. Die Wartezeit auf den Termin selbst darf vier Wochen nicht überschreiten. Die Frist beginnt mit dem Anruf bei der TSS. Gelingt keine Terminvereinbarung, muss die TTS einen Termin zur ambulanten Behandlung im Krankenhaus anbieten. Der Behandlungsumfang beschränkt sich dabei auf die Leistung des Fachgebietes, auf die die Überweisung ausgestellt ist.

Wie weit weg darf der Facharzt sein?

Laut Gesetz muss die Entfernung zum vermittelten Facharzt „zumutbar“ sein. Dazu haben die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der Spitzenverband Bund der Krankenkassen eine Vereinbarung geschlossen Danach darf der Weg beispielsweise zu Augenärzten in der Regel maximal 30 Minuten länger sein als zum nächstgelegenen Facharzt. Für spezialisierte Fachärzte wie Radiologen oder Fachinternisten gilt eine zumutbare Fahrzeit von zusätzlich 60 Minuten. Die Zeit, die Sie sowieso von Ihrem Wohnort zum nächstgelegenen Facharzt brauchen, wird dazu gerechnet.

Kann ich einen Termin ablehnen?

Lehnen Sie den ersten Termin ab, erhalten Sie einen zweiten – allerdings nur, wenn Sie den ersten Termin am Tag der Vermittlung bereits wieder absagen.

Wie erreiche ich meine TSS?

Zuständig ist die Kassenärztliche Vereinigung Ihres Bundeslandes. Es gibt keine bundesweite Servicenummer oder einheitliche Sprechzeiten (mehr unter www.rheuma-liga.de/terminservicestellen).

Was sagt die Rheuma-Liga dazu?

Es gibt zu wenig Rheumatologen, Betroffene nehmen bereits heute lange Wege in Kauf. Wenn die TSS in Anspruch genommen wird, können die Wege noch länger werden. Das ist für viele Betroffene nicht zumutbar.

Dennoch bieten die TSS gerade für neu Erkrankte eine Chance, bei unhaltbaren Terminangeboten von mehreren Monaten eine Alternative zu finden, um eine frühere Diagnostik und Therapieeinleitung zu ermöglichen.

Zur Autorin

Sabine Eis ist Referentin für Gesundheitsund Sozialpolitik bei der Deutschen Rheuma-Liga Bundesverband.

 

Ihre Erfahrungen sind wichtig

Schreiben Sie uns!

Die Rheuma-Liga wird die Umsetzung der Terminservicestellen kritisch begleiten. Wie sind Ihre Erfahrungen mit den TSS – schreiben Sie uns!

Kontakt zur Terminservicestelle (TSS)

Gut zu wissen

Die Liste der Terminservicestellen finden Sie unter
www.rheuma-liga.de/terminservicestellen

Wie weit muss ich fahren?

Die „zumutbare Entfernung“

Augenärzte, Frauenärzte, Chirurgen, Hautärzte, HNOÄrzte, Nervenärzte, Urologen, Orthopäden: 30 Minuten plus die Fahrtzeit zum nächstgelegenen Facharzt.

Anästhesisten, Kinder- und Jugendpsychiater, Fachinternisten (fachärztlich tätig), Radiologen, Humangenetiker, Nuklear-mediziner, Strahlentherapeuten, Physikalische und Rehabilitationsmediziner, Transfusionsmediziner: 60 Minuten plus die Fahrtzeit zum nächstgelegenen Facharzt.