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Forschungsförderung Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband:
Neue Studie liefert Anhaltspunkte zum Absetzen von MTX
bei Juveniler Idiopathischer Arthritis


Bonn, den 1. Juli 2009 -  Kinder, die an Juveniler Idiopathischer Arthritis erkrankt sind und deren Erkrankung durch die Behandlung mit Methotrexat (MTX) zum Stillstand gekommen ist, müssen nicht zwangsläufig mit dem Medikament ein mindestens Jahr lang weiterbehandelt werden. Dies ist derzeit Praxis, um einem Rückfall vorzubeugen. Stattdessen können mit einer speziellen Blutanalyse, diejenigen Kinder identifiziert werden, die ein erhöhtes Rückfallrisiko haben und bei denen unter Umständen weiterbehandelt werden sollte. Dies ist das Ergebnis einer internationalen multizentrischen Studie, die Professor Dr. Dirk Föll an der Universitätskinderklinik in Münster unter Berücksichtigung der Daten von 364 Kindern und Jugendlichen durchführte, die unter Kombinationsbehandlung mit MTX in Remission der JIA gekommen sind. Die Studie wurde mit Forschungsgeldern der Deutschen Rheuma-Liga unterstützt und wird in Kürze veröffentlicht.

 

In den vergangenen Jahren sind beachtliche Erfolge in der Behandlung der rheumatischen Erkrankungen im Kindesalter erzielt worden. Mit neuen Therapiestrategien ist es möglich, auch bei hartnäckigen Verläufen die Krankheitsaktivität ganz zurück zu drängen. In einem solchen Fall spricht man vom Erreichen einer klinischen Remission. Im Gegensatz zu Erwachsenen mit Rheumatoider Arthritis (RA) kann bei etwa der Hälfte der erkrankten Kinder mit Juveniler Idiopathischer Arthritis (JIA) die Krankheit völlig zum Stillstand kommen. Aus diesem Grunde – und in Anbetracht der Nebenwirkungen einer anti-entzündlichen Therapie – ist es sinnvoll, die Behandlung nach Erreichen einer Remission nicht lebenslang fort zu führen. Methotrexat (MTX) ist das am weitesten verbreitete effektive anti-entzündliche Medikament für die Behandlung einer JIA.

 

Der Großteil der JIA-Patienten kann durch die Behandlung mit  MTX in Remission gebracht werden, d.h. die sonst immer wiederkehrenden Entzündungen der Gelenke kommen zum Stillstand. Da etwa die Hälfte der Patienten nach Absetzen von MTX Rezidive (Rückfälle) erleidet, wird dieses Medikament häufig auch bei Fehlen von Krankheitsaktivität noch weit über ein Jahr weiter gegeben. Kontrollierte Daten zu diesem Vorgehen existieren nicht. Heute existieren zwar relativ genaue Kriterien für das Ansetzen einer solchen Therapie, Richtlinien für eine sichere Beendigung fehlen jedoch.

 

Die aktuelle Studie liefert hierzu folgende neue Erkenntnisse:
Der Zeitpunkt des Absetzens von Methotrexat bei klinischer Remission der juvenilen Arthritis hat keinen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit eines Rezidives. Daher kann eine generelle Weiterbehandlung aller Patienten über 6 Monate nach Erreichen einer Remission hinaus nicht empfohlen werden.

 

Es besteht ein Zusammenhang zwischen dem Auftreten einer Reaktivierung und der Entzündungsaktivität zum Zeitpunkt des Absetzens, gemessen an der Serumkonzentration für MRP (Myeloid Related Protein) vor Beendigung der Methotrexat-Therapie. Daher können mit einer solchen Untersuchung diejenigen Patienten identifiziert werden, für die eine Weiterbehandlung mit MTX auch bei klinischer Remission empfohlen werden sollte.

 

Kontakt:

Prof. Dr. Dirk Föll, Allgemeine Pädiatrie, Universitätskinderklinik
Albert-Schweitzer-Str. 33, D-48147 Münster
Tel. 0251-8352948, Fax 0251-8357192, Email dfoell@uni-muenster.de


 




Stand: 17.07.2009


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