
Bonn, 26. Oktober 2009. Die neue Bundesregierung plant massive Eingriffe in das System der solidarisch finanzierten Krankenversicherung. Durch die positive Formulierung eines geplanten Ausbaus von Wahlleistungen werde verschleiert, dass diesem in der Realität der Abbau der Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung vorangeht, kritisiert die Deutsche Rheuma-Liga die im Koalitionsvertrag geplanten Maßnahmen.
„Der Wettbewerb unter den Krankenkassen soll nach den Plänen der Koalition wieder am Geld und nicht an der Qualität der Versorgung ausgerichtet werden“, analysiert Präsidentin Professor Erika Gromnica-Ihle. „Dies ist ein Schritt in die falsche Richtung.“
Gravierende Nachteile für chronisch Kranke befürchtet die Deutsche Rheuma-Liga weiterhin durch den Abbau des morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs. Dieser hatte seit Beginn des Jahres erstmals dafür gesorgt, dass chronisch Kranke keine ungeliebten Versicherten mehr waren. „Nun soll wieder in das alte System zurückgerudert werden,“ kritisiert Gromnica-Ihle. Chronisch Kranke dürfen nicht zu Bittstellern gemacht werden.
Die Deutsche Rheuma-Liga appelliert an die neue Bundesregierung und die geplante Kommission, das System der solidarischen Krankenversicherung zu bewahren und nicht aus den Angeln zu heben. Gromnica-Ihle: „Einschnitte in der gesundheitlichen Sicherung chronisch kranker Menschen werden wir nicht schweigend hinnehmen.“
Die Deutsche Rheuma-Liga ist mit mehr als 250.000 Mitgliedern die größte Patientenorganisation in Deutschland. Neun Millionen Menschen leben in Deutschland mit einer rheumatischen Krankheit und benötigen beständige medizinische Behandlung.
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