
Bonn, 23.8.2010. Mit großer Sorge verfolgt die Deutsche Rheuma-Liga die Diskussion um die Reform der Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung. In einem offenen Brief an Bundesgesundheitsminister Rösler erinnert die Präsidentin der Deutschen Rheuma-Liga Professorin Dr. Erika Gromnica-Ihle an die finanziellen Folgen für chronisch Kranke und fordert eine gerechtere Verteilung der Belastungen.
Gromnica-Ihle: „Die Eckpunkte und die vom Gesundheitsministerium veröffentlichten Informationen lassen darauf schließen, dass die geplanten Veränderungen vor allem zur Mehrbelastung von Menschen mit geringeren Einkommen führen werden. Die endgültige Aufgabe der paritätischen Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung durch Arbeitgeber und Arbeitnehmer wird zu einer wachsenden Belastung der immer weiter sinkenden Zahl versicherungspflichtig Beschäftigter führen. Wenn aufgrund arbeitsmarktpolitischer Überlegungen die Lohnkosten für die Arbeitgeber gesenkt werden sollen, kann dies nicht allein auf Kosten der versicherungspflichtig Beschäftigten erfolgen.“
Aus Sicht der Deutschen Rheuma-Liga werden die geplanten einheitlichen Zusatzbeiträge unabhängig von der Höhe des Einkommens zudem die unteren Einkommensschichten in wesentlich höherem Maße belasten als besser Verdienende. Aufgrund der Einschränkungen durch ihre Erkrankung gehören viele chronisch rheumakranke Menschen zu dieser Gruppe der Geringverdiener.
Gromnica-Ihle: „Wir sind sehr besorgt, dass die vorbereitete Reform der Krankenversicherung zu weiteren Einschnitten für diese Gruppe führen wird. Die geplante Entlastung der Menschen mit den allergeringsten Einkommen halten wir nicht für ausreichend. Wir fordern daher Minister Rösler auf, hier umzudenken und eine gerechtere Verteilung der Belastungen vorzunehmen.“
Eine ausführliche Stellungnahme der Deutschen Rheuma-Liga zur aktuellen Gesundheits- und Sozialpolitik ist im Internet einzusehen: www.rheuma-liga.de/stellungnahmen
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