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Stellungnahme zur Einrichtung von Spezialambulanzen


Patienten mit seltenen rheumatischen Erkrankungen und schweren Verläufen brauchen interdisziplinäre ambulante Betreuung durch Spezialisten

Bonn, 18. September 2007.
Für rheumakranke Menschen mit sehr schwer verlaufenden Erkrankungen muss eine koordinierte, multidisziplinäre Versorgung zwingend gewährleistet werden. Dies fordert die Deutsche Rheuma-Liga in einer aktuellen Stellungnahme zur Einführung von Spezialambulanzen nach §116b SGB V für sechs Erkrankungsgruppen. Betroffen sind Patienten mit seltenen Autoimmunerkrankungen wie Vaskulitis oder Lupus Erythematodes, Kinder und Jugendliche mit entzündlichen rheumatischen Erkrankungen sowie Patienten mit schweren Verlaufsformen der rheumatoiden Arthritis, des Sjögren-Syndroms sowie des Morbus Bechterew bei Erwachsenen. Für die bessere Versorgung dieser Patientengruppen ist die Einrichtung von speziell auf die jeweilige Erkrankung ausgerichteten Ambulanzen dringend geboten. In diesen Einrichtungen ist die notwendige interdisziplinäre Versorgung und Qualität der Therapie zu erreichen, so die Deutsche Rheuma-Liga.

Je nach Erkrankung und Verlauf müssen neben Internisten mit Schwerpunkt Rheumatologie auch Orthopäden mit Zusatzbezeichnung Rheumatologie, Nephrologen, Gastroenterologen, Kardiologen, Dermatologen, Neurologen, Ophthalmologen, Pneumologen, Gynäkologen, HNO-Ärzte, Psychiater und Psychologen in die Versorgung eingebunden werden. Bei der Versorgung rheumakranker Kinder und Jugendlicher sind neben Kinderrheumatologen Pädiater mit anderen Spezialisierungen wie Pädiatrische Kardiologie, Pädiatrische Nephrologie sowie Kinder-orthopäden, Augenärzte, Kieferorthopäden, Kinderpsychologen und andere mehr einzubeziehen. Ein Teil der Erkrankten wird derzeit in Ermangelung von geeigneten ambulanten Angeboten stationär aufgenommen, um die ausreichende Versorgung sicherzustellen.

 

Die Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises umfassen eine Vielzahl von zum Teil sehr unterschiedlich verlaufenden Erkrankungen. Speziell die entzündlichen rheumatischen Erkrankungen verlaufen meist schubweise und zudem progredient. Es handelt sich um Systemerkrankungen des Muskel- und Skelettsystems, der Blutgefäße oder des Bindegewebes mit zum Teil schweren Organbeteiligungen, die unbehandelt zu schwersten Organschäden und bis zum Tod führen können. Ein Teil dieser Erkrankungen (z.B. Kollagenosen, Vaskulitiden und rheumatische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen) kommen nur selten vor, einige Erkrankungen (z.B. rheumatoide Arthritis und Sjögren-Syndrom) treten bei bis zu 1 % der Bevölkerung auf.

 

Die ausführliche Stellungnahme ist im Internet nachzulesen:
/uploads/0/stellungnahmen/116_b_stellungnahme_drl.pdf




Stand: 16.10.2007


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