
Bonn, 23. Juni 2008.
Der Gemeinsame Bundesausschuss hat in seiner Sitzung vom 19. Juni 2008 die Anforderungen an Spezialambulanzen für schwere Verlaufsformen rheumatologischer Erkrankungen definiert. Damit wird der Weg frei gemacht, die Krankenhäuser stärker in die ambulante Versorgung der schwer kranken Rheumatiker einzubeziehen.
„Die Einrichtung von Spezialambulanzen bedeutet einen echten Fortschritt für die Versorgung von Patienten mit seltenen rheumatischen Autoimmunerkrankungen, wie Lupus erythematodes, Sklerodermie oder Vaskulitis, bei denen die interdisziplinäre Versorgung in den Ambulanzen besonders wichtig ist“, erklärt Borgi Winkler-Rohlfing, Vorstandsmitglied der Deutschen Rheuma-Liga Bundesverband e.V..
Die Deutsche Rheuma-Liga und ihre Mitgliedsverbände Lupus Erythematodes Selbsthilfegemeinschaft und Sklerodermie Selbsthilfe hatten bereits 2007 den Gemeinsamen Bundesausschuss aufgefordert, Anforderungen an Spezialambulanzen für schwere Verläufe rheumatologischer Erkrankungen zu definieren.
„Der Gemeinsame Bundesausschuss hat viele unserer Vorschläge berücksichtigt“, erläutert Borgi Winkler-Rohlfing. „Allerdings wurden bei den Mindestmengen keine speziellen Mindestmengen für Kollagenosen und Vaskulitiden festgelegt. Hier muss aus unserer Sicht noch nachgebessert werden.“
Die ambulante Behandlung am Krankenhaus ist nach § 116b SGB V für hochspezialisierte Leistungen und zur Behandlung von seltenen Erkrankungen und Erkrankungen mit besonderen Krankheitsverläufen möglich. Hierzu gehören auch die schweren Verlaufsformen rheumatologischer Erkrankungen. Der Gemeinsame Bundesausschuss konkretisiert die Anforderungen an die Spezialambulanzen.
Rheumakranke Menschen sind in Deutschland aufgrund der zu geringen Zahl der Rheumatologen unterversorgt. Der häufig zu späte Zugang zur Fachversorgung führt dazu, dass die Therapie erst zu spät eingeleitet wird, obwohl eine früh einsetzende Therapie die Prognose der Betroffenen wesentlich verbessern kann. Hier kann die neue Regelung hoffentlich Fortschritte bringen.
Leitbild der Deutschen Rheuma-Liga
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