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Forschungsbericht Kinderrheumatologie


In den vergangenen Jahren sind beachtliche Erfolge in der Behandlung der rheumatischen Erkrankungen des Kindesalters erzielt worden. Mit neuen Therapiestrategien ist es möglich, auch bei hartnäckigen Verläufen die Krankheitsaktivität ganz zurück zu drängen. In einem solchen Fall sprechen wir vom Erreichen einer klinischen Remission. Im Gegensatz zu Erwachsenen mit Rheumatoider Arthritis (RA) können Kinder mit Juveniler Idiopathischer Arthritis (JIA) ihre Krankheit auch völlig verlieren. Dies dürfte bei konservativer Schätzung in ca. 50% der Fälle vorkommen. Aus diesem Grunde – und in Anbetracht der Nebenwirkungen einer anti-entzündlichen Therapie – ist es sinnvoll, die Behandlung nach Erreichen einer Remission nicht lebenslang fort zu führen. Heute existieren zwar relativ genaue Kriterien für das Ansetzen einer solchen Therapie, Richtlinien für eine sichere Beendigung fehlen allerdings.

 

Das heute am weitesten verbreitete effektive anti-entzündliche Medikament für die Behandlung einer JIA ist Methotrexat (MTX). Der Großteil der JIA-Patienten kann mit MTX in Remission gebracht werden. Da etwa die Hälfte der Patienten nach Absetzen von MTX Rezidive erleidet, wird dieses Medikament häufig auch bei Fehlen von Krankheitsaktivität noch weit über ein Jahr weiter gegeben. Kontrollierte Daten zu diesem Vorgehen existieren nicht. In einer Pilotstudie haben wir festgestellt, dass das Auftreten von Rezidiven nicht von der Dauer der Weiterbehandlung mit MTX in Remission abhängt, sondern von klinisch nicht erfassbarer Restaktivität der Gelenkentzündung zum Zeitpunkt des Absetzens.

 

In unserer internationalen multizentrischen Studie wurden 364 Kinder und Jugendliche nachbeobachtet, die unter Kombinationsbehandlung mit MTX in Remission der JIA gekommen sind. In der Studie wurden zwei Hypothesen bestätigt: 1) Der Zeitpunkt des Absetzens von Methotrexat bei klinischer Remission der juvenilen Arthritis hat keinen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit eines Rezidives. 2) Es besteht ein Zusammenhang zwischen dem Auftreten einer Reaktivierung und der Entzündungsaktivität zum Zeitpunkt des Absetzens, gemessen an der Serumkonzentration für MRP (Myeloid Related Protein) vor Beendigung der Methotrexat-Therapie.

Für das Erreichen der Patientenzahl sowie für die Gewährleistung der Nachbeobachtung ist die Förderung durch die Rheuma-Liga von großer Bedeutung gewesen. Als sehr bedeutendes Ergebnis der Studie können wir folgern, dass eine längere Weiterbehandlung mit MTX nach Erreichen der Remission nicht generell gerechtfertigt ist. Stattdessen kann man mit MRP-Messungen die Patienten identifizieren, die ein erhöhtes Rezidivrisiko haben und bei denen unter Umständen weiterbehandelt werden sollte. Eine Publikation dieser Ergebnisse ist in Vorbereitung.

Prof. Dr. D. Föll, Allgemeine Pädiatrie, Universitätskinderklinik, Albert-Schweitzer-Str. 33, D-48147 Münster

Tel. 0251-8352948, Fax 0251-8357192, Email dfoell@uni-muenster.de

Professor Dr. Föll ist im Programmkommitee des vom 23.-26. September 2009 stattfindenden Rheumatologenkongress in Köln.

Das Projekt wurde durch Forschungsgelder der Deutschen Rheuma-Liga unterstützt.

 




Stand: 11.09.2009


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