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Offener Brief an Bundesgesundheitsminister Rösler


Bundesministerium für Gesundheit

Dr. Phillip Rösler, MdB

Bundesminister

Friedrichstr. 108

 

10117 Berlin

 

18.08.2010

 

Offener Brief zur Finanzreform der gesetzlichen Krankenversicherung

 

Sehr geehrter Herr Bundesminister, 

mit großer Sorge verfolgen wir die Diskussion um die Reform der Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung.

 

Die Eckpunkte und die von Ihrem Ministerium veröffentlichten Informationen lassen darauf schließen, dass die geplanten Veränderungen vor allem zur Mehrbelastung von Menschen mit geringeren Einkommen führen werden. Die endgültige Aufgabe der paritätischen Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung durch Arbeitgeber und Arbeitnehmer wird zu einer wachsenden Belastung der immer weiter sinkenden Zahl versicherungspflichtig Beschäftigter führen. Wenn aufgrund arbeitsmarktpolitischer Überlegungen die Lohnkosten für die Arbeitgeber gesenkt werden sollen, kann dies nicht allein auf Kosten der versicherungspflichtig Beschäftigten erfolgen.

 

Die von Ihnen geplanten einheitlichen Zusatzbeiträge unabhängig von der Höhe des Einkommens belasten zudem die unteren Einkommensschichten in wesentlich höherem Maße als besser Verdienende. Wir nehmen in vielen Bereichen eine wachsende Kluft zwischen Menschen mit hohen Einkommen und Vermögen und  Menschen mit geringen Einkommen und hohen Belastungen wahr. Aufgrund der Einschränkungen durch ihre Erkrankung gehören viele chronisch rheumakranke Menschen zu dieser Gruppe der Geringverdiener. Wir sind sehr besorgt, dass die von Ihnen vorbereitete Reform der Krankenversicherung zu weiteren Einschnitten für diese Gruppe führen wird. Die geplante Entlastung der Menschen mit den allergeringsten Einkommen halten wir nicht für ausreichend. Wir fordern Sie dringend auf, hier umzudenken und eine gerechtere Verteilung der Belastungen vorzunehmen.

 

Die Anforderungen der Deutschen Rheuma-Liga an eine Gesundheitsreform haben wir Ihnen in der Anlage nochmals beigefügt.

 

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. med. Erika Gromnica-Ihle

Präsidentin

 




Stand: 25.08.2010


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