19.12.2017

Rheuma im Alltag: Erfolgreich schwierige Gespräche führen

Das Forschungsprojekt zur sozialen Teilhabe beendet. 150 Teilnehmer wurden geschult.

Aus der Broschüre: Der grüne Faden der Rheuma-Liga

Mit der Krankenkasse verhandeln, am Arbeitsplatz um Rücksicht bitten, im Bus eine fremde Person um einen Sitzplatz fragen: Für Menschen mit Rheuma gibt es im Alltag viele Gesprächssituationen, die alles andere als einfach sind. Ein Forschungsprojekt, das von der Deutschen Rheuma-Liga gefördert wurde, hat diese täglichen Herausforderungen genauer untersucht – und hat jetzt die Basis dafür gelegt, dass den Betroffenen besser geholfen werden kann.

Das Forschungsprojekt ist in diesem Jahr beendet worden. In einem ersten Schritt hatten unter der Leitung von Prof. Dr. med. Wilfried Mau zwei Wissenschaftlerinnen der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg systematisch krankheitsbezogene Gespräche im Alltag erfasst. Anschließend erfolgte der zweite Schritt: Unter der Leitung von Prof. Dr. Erik Farin-Glattacker entwickelte ein Forschungsteam des Universitätsklinikums Freiburg Schulungsmaterial für Betroffene und deren Angehörige und führte Schulungen durch. Insgesamt wurden rund 20 ehrenamtliche Trainer ausgebildet und rund 150 Teilnehmer geschult.

In den Schulungen wurden die Situationen aus dem Alltag aufgegriffen und in Szenarien durchgespielt. Einige Beispiele: Wie erkläre ich einem Fremden in einigen kurzen Sätzen meine Krankheit? Oder: Wie kann ich mich auf das Arztgespräch vorbereiten? Wie reagiere ich, wenn mich im Gespräch etwas trifft? Wie kann ich meine Interessen bei Behörden durchsetzen? Die Gruppen spielten die Situationen durch und diskutierten über mögliche Vorgehensweisen. Anschließend erhielten sie ein Teilnehmerheft mit den wichtigsten Informationen.

Beim gesamten Projekt zogen Wissenschaftler und Betroffene an einem Strang, die Forscherinnen und Forscher zeigten sich begeistert von der Zusammenarbeit. Ein Vorbild für partizipative Forschung.