Fragen Sie ihren Apotheker

mobil 2012, Ausg. 2

15 Berater für seltene Erkrankungen aus neun Landes- und Mitgliedsverbänden der Deutschen Rheuma-Liga trafen sich zu ihrem diesjährigen Vernetzungstreffen in Fulda. Zu immer wiederkehrenden Fragen hatten sie die Patientenbeauftragte des Hessischen Apothekerverbands eingeladen.

Apothekerin Mira Sellheim, Vorstandsmitglied und Patientenbeauftragte des Hessischen Apothekerverbands zeigte auf dem diesjährigen Treffen „Seltene Erkrankungen“ in der Rheuma-Liga auf, welchen Spielraum Apotheker haben, Menschen mit einer chronischen Erkrankung zu unterstützen. Die ehrenamtlichen Vertreter werden oft gefragt, was man machen kann, wenn das neue Medikament nicht vertragen wird, das der Apotheker entsprechend der Rabattvertrag-Regelungen aushändigt.

Pharmazeutische Bedenken geltend machen

Die Rabattverträge verpflichten natürlich die Apotheker, das durch bden Arzt verordnete Medikament gegebenenfalls mit einem Arzneimittel gleichen Wirkstoffs zu ersetzen. „Aber wenn sich beim Patienten Unverträglichkeiten einstellen oder er in der Handhabung mit dem neuen Medikament Probleme hat, kann der Apotheker pharmazeutische Bedenken geltend machen und das alt bewährte Medikament dem Patienten aushändigen“, erklärt Mira Sellheim. Die Abgabe des anderen Arzneimittels muss in der Apotheke auf dem Rezept entsprechend dokumentiert werden. Es sei deshalb wichtig, dass Betroffene den Apotheker auf Probleme aufmerksam machen und seine Unterstützung einfordern, und das gelte nicht nur bei Rabattarzneimitteln, so die Expertin.

Wechselwirkungen verschiedener Medikamente

Sie gab außerdem zahlreiche Tipps zur Lagerung und Tablettenteilung und machte auf ein gemeinsames Modellprojekt der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zur Patienten-Compliance aufmerksam. Man versucht darin, durch bessere Aufklärung und Zusammenarbeit mit den Patienten die Gefahr von Wechselwirkungen durch die Einnahme vieler verschiedener und wechselnder Medikamente zu verringern. Auch die Einnahmetreue soll verbessert werden.

„Keine Infoquelle, sondern beratende Wegweiserin“

Marion Trog-Siebert berichtete über ihre Arbeit als Rheuma-Lotsin: „Neben der Informationsvermittlung liegt mein Arbeitsschwerpunkt darin, den Ratsuchenden im Gespräch einzelne Schritte aufzuzeigen und sie zu ‚ lotsen’. Ich verstehe mich aber nicht nur als Ansprechpartnerin für (Neu-)Betroffene, sondern auch für Ehrenamtliche!“ Das nutzten die anwesenden Vertreter auf dem Treffen ausgiebig, um in persönlichen Kontakt zu kommen und Fragen zu klären.

Die Seltenen können sich hören und sehen lassen!

Für die Öffentlichkeitsarbeit der Deutschen Rheuma-Liga zu seltenen Erkrankungen entstanden filmische Kurzporträts. Und  damit nicht genug. Ingrid Winter, Landessprecherin für Kollagenosen und Vaskulitiden in Baden-Württemberg, führte zusätzlich Interviews für einen Hörbeitrag – zum Beispiel mit ihrer Kollegin für Betroffene mit Lupus erythematodes, Waltraud Ruckh.

Autorin: Monika Mayer

Sie ist in der Bundesgeschäftsstelle der Rheuma-Liga Bonn Ansprechpartnerin für seltene Erkrankungen