Mein Traum von Afrika

An Rheuma erkrankt zu sein, bringt viele Einschränkungen mit sich. An schlechten Tagen geben Träume Kraft – an guten werden sie vielleicht sogar wahr. So wie bei Michaela Fritsch, dritte Siegerin beim Uli-Horn-Preis.

Die Sehnsucht nach Wüste, Weite und Wärme schlummert sehr lange in Michaela Fritsch. Schon als Kleinkind erkrankt sie an juveniler idiopathischer Arthritis. Als sie gerade in einer Klinik ein künstliches Knie bekommen hat, hört sie den Vortrag eines Naturfotografen über Namibia. Noch hatte sie die Fäden im frisch operierten Knie und jede Menge Schmerzmittel im Blut – und einen neuen Traum: nach Afrika fliegen. So schnell wie möglich. Seit vielen Jahren fotografiert Michaela Fritsch in ihrer Freizeit. Nun setzt sich in ihr der Wunsch fest, in Afrika Wildpferde und andere freilebende Tiere zu fotografieren. Sie wälzt zahlreiche Reiseführer. Im Oktober 2013 ist es endlich so weit: Noch auf Gehstützen betritt Michaela Fritsch ein Reisebüro und bucht die Reise nach Namibia.
„Mein Traum war es, bei einer Safari die Wildtiere in ihrem Wohnzimmer zu besuchen und sie hautnah zu erleben“, berichtet sie. Bei einem Besuch im Etosha Nationalpark sieht sie unter anderem einer Herde von 40 Elefanten beim Baden zu. Anschließend laufen die Tiere an ihrem Jeep vorbei – zum Greifen nah.
In zwei Wochen lernte sie während einer Rundreise die schönsten Seiten Namibias kennen, immer nach Uli Horns Motto „meine Augen machen mir Beine“. Die Gruppe besuchte Höhlen und die Diamantenstadt Kolmanskuppe. Obwohl es oft steinig und uneben war, konnte Michaela Fritsch alles mit besichtigen. Besonders hat sie einen Aufenthalt in einem Himba-Dorf in Erinnerung, in dem die Menschen noch traditionell in Lehmhütten leben.
Im Vorfeld der Reise hatte Michaela Fritsch Bedenken. Würde sie den langen Flug, das Klima und eine Reise in einer Gruppe verkraften? Im Nachhinein waren die Ängste unbegründet, sie hatte sich gut vorbereitet – mit leichtem Gepäck, zahlreichen Schienen für die Gelenke, genügend Medikamenten und Kühlakkus. Die trockene Wärme tat ihrem Körper und den Gelenken gut. Es gelang ihr sogar, die Kortisondosis zu reduzieren.
Rückblickend resümiert die 37-Jährige: „Ich habe mich in Afrika verliebt. Die Weite des Landes und die Tiere haben mich beeindruckt. Ebenso die Menschen, die bei Hitze und Staub mit den Ziegen in einer Hütte leben. Ich bin dankbar, dass ich diese Reise machen konnte und mein Rheuma stabil war.“
Doch ausgeträumt hat Michaela Fritsch noch lange nicht. Als Nächstes möchte sie die Serengeti besuchen und auf den Spuren des legendären Naturforschers Bernhard Grzimek wandeln. Bis dahin vertraut sie auf das, was sie in Afrika gelernt hat: „Nimm dir Zeit zum Träumen und genieße dein Leben!“

mobil-Redakteurin Christiane Wendel hat nach dem Interview mit Michaela Fritsch Lust bekommen, Namibia zu bereisen.