30.05.2014

Fibromyalgie

Das Fibromyalgiesyndrom (FMS) zählt zu den Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises und äußert sich vor allem durch starke Muskelschmerzen. Oft quälen sich die Betroffenen über viele Jahre mit den schlimmsten Schmerzen, laufen von Arzt zu Arzt und werden mit ihrer Erkrankung nicht ernst genommen.
Die Deutsche Rheuma-Liga hält für Betroffene und Angehörige einführende Informationen über das Krankheitsbild, die therapeutischen Möglichkeiten und Hilfsmöglichkeiten bereit. 

Die Leitlinie zur Diagnostik und Therapie des Fibromyalgiesyndroms (FMS)

Die Erstellung einer Leitlinie folgt in Deutschland nach einem 3-Stufen-Plan, dessen Abfolge und Inhalte formal festgelegt ist.  Medizinische Leitlinien werden von den medizinischen Fachgesellschaften initiiert. Einbezogen wird der Sachverstand vieler -auch der von Patientenorganisationen.
Am Ende dieses Prozesses steht eine Leitlinie, die sich in erster Linie an den Arzt aber auch an alle an der Behandlung beteiligten Fachgruppen richtet.

Die Leitlinie zu „Definition, Ursachen, Diagnostik und Therapie des Fibromyalgiesyndroms“ wurde 2008 erstmals erstellt und 2011 überarbeitet.
Sie ist auf den Seiten der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) unter der Registriernummer 041/004 eingestellt: http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/041-004.html  

Die 183 Seiten umfassende wissenschaftliche Leitlinie gibt Empfehlungen zu Diagnose und Therapie des Fibromyalgiesyndroms und ist für Arzt und Patient gleichermaßen eine Hilfestellung. Wichtigstes Entscheidungskriterium für oder gegen eine Empfehlung ist dabei die größtmögliche Evidenz – das heißt, der wissenschaftliche Nachweis der Wirksamkeit, der Risiken und der Patientenakzeptanz muss vorhanden sein.

Neben der wissenschaftlichen Leitlinie  gibt es eine undefinedlaienverständliche Patientenleitlinie, die auf  den Informationsbedarf von Patienten zugeschnitten ist. Die Patientenleitlinie erläutert Maßnahmen zur Diagnose und Therapie und enthält Hinweise auf die Selbsthilfe.

Symptome des Fibromyalgiesyndroms (FMS)

Betroffene berichten über chronische Schmerzen in mehreren Körperregionen, die seit mindestens drei Monaten anhalten sowie Ein- und Durchschlafstörungen und eine vermehrte körperliche und geistige Erschöpfung. Darüber hinaus können eine Reizüberempfindlichkeit und seelische Beschwerden (innere Unruhe, Niedergeschlagenheit) auftreten.

Empfehlungen zur Diagnose

Zur Diagnose des Fibromyalgiesyndroms (FMS) wird gefordert, dass die genannten Beschwerden nicht ausreichend durch körperliche Erkrankungen erklärt werden können. Neben einer ausführlichen Anamnese führt der Arzt eine vollständige körperliche Untersuchung durch und veranlasst eine Blutuntersuchung.

Empfehlungen zur Therapie

Die Leitlinie gibt Ärzten und Patienten eine Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten an die Hand.

Grundsätzlich gilt: Die Therapie-Entscheidung sollten Arzt und Patient möglichst immer gemeinsam fällen.
Im Mittelpunkt der Empfehlungen dieser Leitlinie stehen die so genannten körperbezogenen Therapien wie das Ausdauertraining (Walking, Schwimmen oder Fahrradfahren), ein niedrig dosiertes Krafttraining oder das von den Verbänden der Rheuma-Liga angebotene Funktionstraining. Ebenfalls hilfreich können Angebote wie Tai Chi, Yoga oder Qi-Gong sein. 

Ebenfalls empfohlen wird eine Patientenschulung, in denen wichtige Themen rund um die Erkrankung behandelt werden. Patientenschulungen werden im Rahmen von Reha-Maßnahmen, aber auch ambulant durchgeführt. Auch die Verbände der Deutschen Rheuma-Liga bieten solche Patientenschulungen an.

Eine zeitlich befristete medikamentöse Behandlung kann ebenfalls sinnvoll sein.

Über die Gesprächs- und Verhaltenstherapie hinaus können Entspannungsverfahren wie autogenes Training oder progressive Muskelentspannung eingesetzt werden.

Genauso bedeutsam wie die Empfehlung für eine Therapiemöglichkeit sind die Empfehlungen gegen bestimmte Therapieoptionen. Dies betrifft umstrittene Therapien wie TENS (transkutane elektrische Nervenstimulation) oder operative Techniken (Quadrantenintervention). Der Einsatz der hyperbaren Sauerstofftherapie wird genau wie Tenderpoint-Injektionen nicht empfohlen.

Die Rehabilitation spielt bei den rheumatischen Erkrankungen eine große Rolle. In der Leitlinie gibt es dazu klare Aussagen: Eine (teil-)stationäre Reha-Maßnahme sollte veranlasst werden, wenn nicht nur die Teilhabe am Erwerbsleben, sondern auch die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben gefährdet ist.

Aktualisierte Broschüre und Therapieempfehlungen

Die Fibromyalgie-Broschüre wurde 2012 überarbeitet und aktualisiert. Darin finden sich z.B. die Therapieempfehlungen der Experten. In dem Fibromyalgie-Verbraucherbericht haben Betroffene Therapien bewertet. Hier finden Sie eine Rangliste der von Patienten am nützlichsten empfundenen Therapien bei Fibromyalgie

Publikationen - die Ihnen bei Fibromyalgie weiterhelfen

Weitere Informationen und oben aufgeführte Schriften erhalten Sie bei Ihrem undefinedLandes- oder Mitgliedsverband:

Schicken Sie eine undefinedEmail oder rufen Sie an: 01804 - 60 00 00 (20 ct/Anruf aus dem deutschen Festnetz bzw. max. 60 ct/Anruf beim Mobil-Telefon)

 

Naturheilkunde bei Fibromyalgie

Sanfte Unterstützung

die Naturheilkunde möchte auf sanfte Weise Fibromyalgie lindern. Der Artikel liefert einen Überblick undefinedüber die Behandlungsmöglichkeiten und ihre Ziele.

Video der Rheuma-Liga Baden-Württemberg

DVD-Trailer Fibromyalgie

Der Trailer zeigt den Weg einer Betroffenen, wie sie nach jahrelangen Beschwerden mittels verschiedener Therapien und Selbsthilfe aus dem Teufelskreis von Schmerz und Erschöpfung herausfindet. undefinedDie Doppel-DVD mit Experteninterviews kann bei der Rheuma-Liga Baden-Württemberg bestellt werden.

 
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