22.08.2016

Arthrose

BroschĂĽre Arthrose der Rheuma-Liga

Arthrose ist ein Überlastungsschaden des Knorpels: Es besteht ein Missverhältnis zwischen Belastung und Belastbarkeit. Bis zum mittleren Lebensalter betrifft sie vorwiegend Männer, jenseits des 55. Lebensjahres überwiegend Frauen. Grundsätzlich können alle Gelenke befallen werden – jedoch fast nie mehrere gleichzeitig. Am häufigsten sind die lasttragenden Gelenke, also Hüft und Kniegelenke, betroffen.

Fast jeder, der die 40 ĂĽberschritten hat, hat eine Arthrose – meist jedoch völlig unbemerkt.  Doch wenn die Beschwerden irgendwann stark genug sind, kann jeder Schritt zur Qual werden, das Aufstehen zur Tortur, die Finger können nichts mehr halten, ohne dass der Schmerz dazwischenfunkt.

Deshalb ist es wichtig, auf die ersten Vorzeichen zu achten, denn es gibt einiges, was man selbst tun kann, um die Beweglichkeit trotz Arthrose zu erhalten oder sogar zu verbessern.

Wer mit einer rheumatischen Erkrankung leben muss, der braucht Informationen, Hilfe und UnterstĂĽtzung: in der medizinischen Betreuung und im Alltag.

Arthrose - erste Warnzeichen erkennen

Eine Arthrose entsteht oft über lange Zeit, ohne dass man etwas davon spürt. Deshalb ist es wichtig, selbst harmlos erscheinende Veränderungen der Gelenke richtig zu deuten und ernst zu nehmen. Leider steigt mit dem Lebensalter das Arthroserisiko – denn auch Knorpel altert und kann brüchig werden. Wahrscheinlich gibt es zudem eine vererbbare „Anfälligkeit“ des Knorpels. Der Knorpel ist dann nicht so belastbar und leichter angreifbar.

Ein häufiges erstes Zeichen von Arthrose ist der so genannte „Anlaufschmerz“: Man läuft los und bemerkt auf den ersten Metern einen leichten Schmerz, vielleicht auch ein Spannungsgefühl in Knie oder Hüfte. Wenige Schritte später lässt der Schmerz nach und ist meist schnell wieder vergessen. Solche Warnzeichen sollte man ernst nehmen, denn einmal entstandene Knorpeldefekte verschwinden leider nicht von selbst – im Gegenteil: Sie breiten sich immer weiter aus. Je früher eine Behandlung beginnt, desto besser. Wird Arthrose nicht behandelt, schmerzt das betroffene Gelenk irgendwann schon nach leichter Belastung, wie einem Spaziergang.

Die Schmerzintensität ist unterschiedlich – anfangs eher flüchtig, später unter Umständen unerträglich bis zur Bewegungsunfähigkeit. Grundsätzlich ist der Schmerz ein Alarmsignal und deutet auf eine fortgeschrittene Schädigung hin. Denn da Knorpel keine Nerven besitzt und deshalb keine Schmerzen „empfinden“ und weiterleiten kann, müssen die Schmerzen von der Gelenkinnenhaut ausgehen. Und das bedeutet meist, dass die Zerstörung im Gelenk bereits im vollen Gange ist.

Bei Verdacht auf Arthrose empfiehlt es sich, baldmöglichst einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache der Schmerzen klären. Werden die Beschwerden präzise beschrieben, kann der Arzt in der Regel sehr schnell eine Diagnose stellen.

Typische Warnzeichen / mögliche Anzeichen für Arthrose:

  • Anlaufschmerz
  • Gelenkschmerzen bei Belastung
  • Schwerer fallende Bewegungen
  • Gelenkschwellungen
  • Verspannte Muskeln ums Gelenk

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undefinedDer Arthrose-Check: Testen Sie Ihr Arthrose-Risiko

undefinedFragen - unsere Experten antworten

Die zwei Säulen der Arthrose-Therapie

Medikamente und nicht-medikamentöse Maßnahmen wie physikalische Therapie, Krankengymnastik und Gewichtsabnahme bilden die zwei Säulen der Arthrose-Therapie. Dabei sind das Fortschreiten der Krankheit und die Schmerzempfindlichkeit maßgebend für den jeweiligen Therapieeinsatz.

Arthrose - Welche Therapien sind sinnvoll?

Einmal zerstörter Knorpel kann nicht wieder aufgebaut werden, deshalb geht es bei der Therapie der Arthrose darum, den noch vorhandenen Knorpel zu erhalten. Ausreichende Bewegung ist dazu ganz wichtig. Doch oft schmerzen die Gelenke bereits so sehr, dass Bewegung gar nicht möglich erscheint – ein Teufelskreis. Deshalb lautet das erste Ziel, die Schmerzen in den Griff zu bekommen.

Die zur Therapie der Arthrose eingesetzten Medikamente werden unterteilt in akutsymtomatisch wirksame Medikamente und solche, die langfristig das Voranschreiten der Arthrose aufhalten sollen. Auf Dauer eingenommen, können fast alle Schmerzmittel unerwünschte Nebenwirkungen haben und zum Beispiel den Magen angreifen. Statt freiverkäufliche Medikamente in Eigenregie einzunehmen, sollte deshalb unbedingt der Arzt um Rat gefragt werden. Ist der Schmerz erst einmal eingedämmt, kann das Gelenk vorsichtig wieder bewegt werden.

Manchmal hilft nur noch eine Operation:

Ist die Arthrose schon so weit fortgeschritten, dass mit den ĂĽbrigen Therapieformen nichts mehr ausgerichtet werden kann, kann eine Operation hilfreich sein. Je nach Schweregrad der Arthrose gibt es verschiedene Verfahren:

Bei so genannten gelenkerhaltenden Operationen wird zum Beispiel eine Fehlstellung des Gelenks beseitigt oder lose Knorpelteile, die das Gelenk schädigen, entfernt.

Endoprothesen-PassVerspricht das keine Besserung, kann eine undefinedGelenkprothese eingesetzt werden – heute ein Routineeingriff. Besonders häufig sind Hüft- und Kniegelenksprothesen. Gelenke, die sich nicht so leicht ersetzen lassen, beispielsweise das Sprunggelenk des Fußes, können durch eine Operation versteift werden. Das bringt – ohne im Alltag wesentlich zu beeinträchtigen – in der Regel die ersehnte Schmerzfreiheit. Ob man sich allerdings überhaupt operieren lassen möchte, ist eine ganz individuelle Entscheidung. Sie hängt davon ab, wie groß die Schmerzen und Einschränkungen sind.

Bewegung bei Arthrose mit der Deutschen Rheuma-Liga

Umgangssprachlich wird Arthrose auch Gelenkverschleiß genannt. Das ist zwar richtig, da das Hauptkennzeichen der unwiederbringliche Verlust von Knorpelgewebe im Gelenk ist. Andererseits ist die Bezeichnung Verschleiß irreführend, da sie den Schluss nahe legt, man müsse ein Gelenk nur ausreichend schonen, um keine Arthrose zu bekommen. Dabei ist das Gegenteil der Fall. Neben gezielten Übungen sind alle Bewegungsformen empfehlenswert, die die Gelenke nicht unnötig belasten. Dazu gehören Schwimmen, Radfahren oder einfach Spazierengehen. Ruckartige Belastungen wie beim Squashspielen dagegen tun dem Gelenk nicht gut.

Aktiv werden – so hilft gezielte Bewegung:

Arthrose ÜbungDie Deutsche Rheuma-Liga hilft bei Arthrose mit ihren therapeutischen und sportlichen Bewegungsangeboten, zum Beispiel dem so genannten Funktionstraining. Es findet als Trocken- oder Warmwassergymnastik meist zweimal pro Woche statt. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für das Funktionstraining häufig für einen bestimmten Zeitraum. Ein Ziel des Funktionstrainings ist es, zur Bewegung trotz Schmerzen anzuleiten. Die Therapeuten sorgen dafür, dass man sich nicht unbewusst eine Schonhaltung angewöhnt. Die Gruppe und das gemeinsame Üben zeigen zudem:

Niemand ist mit der Krankheit alleine!

Hörfunkbeitrag zu Arthrose

undefinedHier können Sie einen Hörfunkbeitrag zum Thema Arthrose als MP3 runterladen.

Publikationen - die Ihnen bei Arthrose weiterhelfen

Weitere Informationen und oben aufgefĂĽhrte Schriften erhalten Sie bei Ihrem undefinedLandes- oder Mitgliedsverband: Schicken Sie eine Email oder rufen Sie an: 01804 - 60 00 00 (20 ct/Anruf aus dem deutschen Festnetz bzw. max. 60 ct/Anruf beim Mobil-Telefon)

Informationen zum 54. Heft der Gesundheitsberichterstattung des Bundes zum Thema Arthrose finden Sie hier.

 

Neues Video!

Arthrose – Was ist das? Woher kommen die Schmerzen und was hilft?

Der Film gibt Auskunft und hilft weiter.



Interview zu Arthrose mit der Präsidentin der Deutschen Rheuma-Liga Prof. Dr. Erika Gromnica-Ihle

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