• Forum
  • Kontakt
  • Presse
  • Intranet
  • A A
    STRG + STRG -

    Sie können die Seite mithilfe Ihres Browsers größer oder kleiner anzeigen lassen. Verwenden Sie dafür bitte STRG + und STRG - .
    Mit STRG 0 gelangen Sie wieder zur Ausgangsgröße.

  • brightness_6
  • Instagram Logo
brightness_6 search menu

Teilhabeberatung: Lotsen durch das Paragrafenlabyrinth

| Hilfe
Laptop recherchieren Informationen Rheuma Liga rheumaliga
Die Beraterinnen und Berater helfen zum Beispiel bei der Antragstellung für den Schwerbehin­dertenausweis.

Das Bundesteilhabegesetz ist nicht leicht zu verstehen: Hilfe bietet die Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung.

Das Bundesteilhabegesetz ist für Laien nicht einfach zu durchschauen. Doch der Staat lässt Betroffene nicht damit allein: Er hat die Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB) eingerichtet, die kostenlos hilft. Julia Bidder, Chefredakteurin der Mitgliederzeitschrift "mobil", sprach mit Katrin Boß, EUTB-Beraterin, über ihre Arbeit.

Frau Boß, seit wann gibt es die EUTB?

Seit Januar 2018 besteht die Möglich­keit, solche Beratungsstellen einzu­richten. Aber das braucht natürlich et­was Vorlauf. Ich persönlich habe zum 1. Mai 2018 unsere EUTB aufgebaut.

Ist das Beratungsangebot flächendeckend?

Im Prinzip schon – Ziel war es, pro 100.000 Einwohner eine Beratungs­stelle anzubieten. Es gibt immer noch Regionen, vor allem im ländlichen Raum, in denen das Angebot dünn ge­sät ist. Die Ursprungsidee war, die Be­ratung aus den Selbsthilfevereinigun­gen heraus aufzubauen, aber kleinere Vereine sind oft gar nicht in der Lage, die Struktur dafür zu stemmen.

Häufig findet sich die Teilhabeberatung in grö­ßeren Verbänden, zum Beispiel beim Paritätischen Wohlfahrtsverband, beim Sozialverband VdK, bei der Lebenshilfe, oder, wie bei mir, beim Landesverband für Menschen mit Körper- und Mehr­fachbehinderung. Die Ursprungsidee war, dass Menschen, die selbst eine Behinderung oder eine chronische Er­krankung haben, oder deren Angehöri­ge andere Betroffene und Angehörige auf Augenhöhe beraten können. Aller­dings ist es natürlich auch wichtig, dass die Berater fachlich qualifiziert sind.

Wer kann sich an Sie wenden?

Grundsätzlich steht unser Angebot al­len Menschen mit Behinderung oder einer chronischen Erkrankung offen, aber auch Menschen, die von einer Behinderung bedroht sind, oder Angehörigen von Menschen mit einer Behinderung oder Pflegebedarf. Ich persönlich habe auch schon Men­schen mit einer rheumatischen Er­krankung beraten.

Welches sind typische Anlie­gen, mit denen Hilfesuchende zu Ihnen kommen?

Unser Klassiker ist die Hilfe bei der Antragstellung für den Schwerbehin­dertenausweis. Aber grundsätzlich be­raten wir zu allen Teilhabe- und Reha­leistungen. Man kann mit einem Antrag auf Rehabilitation zu uns kom­men oder mit dem Antrag auf Er­werbsminderungsrente. Wir helfen wenn jemand mit einer Behinderung den Wunsch hat zu studieren oder Hilfe beim Einstieg ins Berufsleben braucht. Eltern können sich beraten lassen, wenn ihre Kinder einen Nach­teilsausgleich in der Schule benötigen. Weitere Themen sind zum Beispiel die Information über die Verordnung von Hilfsmitteln. Nur Mut, es gibt keine dummen Fragen! Und man kann auch ohne konkrete Frage einfach mal einen Termin vereinbaren und sich beraten lassen, welche Möglichkeiten es über­haupt gibt und was jemandem in der jeweiligen Situation zusteht.

Wenn man einen ablehnenden Bescheid bekommen hat oder Widerspruch einlegen will – ist man da auch bei Ihnen richtig?

Wir dürfen keine rechtliche Beratung oder Begleitung anbieten. Aber wir können informieren, bis wann man fristgemäß einen Widerspruch einle­gen muss, oder Tipps geben, wo man Formulierungen für solche Widersprü­che findet. Aber auch, wenn wir nicht die richtigen Ansprechpartner sind, können wir oft weiterhelfen, weil wir wissen, wer vor Ort zuständig ist. Da­mit übernehmen wir oft eine Art Lot­senfunktion. Gemeinsam mit dem Ratsuchenden finden wir eigentlich immer einen Weg. Es gibt ein sehr großes Hilfesystem, aber Betroffene werden nicht immer ausführlich oder verständlich genug informiert. An die­ser Stelle helfen wir weiter.

Wer finanziert diese Beratung?

Unsere Beratung ist für die Ratsu­chenden immer kostenlos. Finanziert wird unsere Leistung größtenteils vom Bundesministerium für Arbeit und So­ziales.

Unser Einsatz

Selbsthilfe, Politik, Forschung, Medizin: Die Deutsche Rheuma-Liga engagiert sich seit 50 Jahren in vielen Bereichen für Menschen mit Rheuma. In einer Filmreihe hat der Selbsthilfeverband seine Arbeit vorgestellt. Schauen Sie mal rein!

Zu den Filmen