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Rückenschmerzen

Die Krankheit – was sind Rückenschmerzen?

Rückenschmerzen sind die häufigste Form akuter und chronischer Schmerzen am Bewegungsorgan. Sie gehören zu den am weitesten verbreiteten Erkrankungen überhaupt. Fast jeder Mensch leidet im Laufe seines Lebens mindestens einmal an Rückenschmerzen.

Rückenschmerzen treten am häufigsten als Kreuzschmerzen (Lumbalgien) auf. Sie betreffen dann den Teil des Rückens unterhalb des Rippenbogens bis zu den Gesäßfalten. Die Schmerzen können dabei nach oben in den Rücken und nach unten in die Beine ausstrahlen. Meistens ist der Kreuzschmerz unspezifisch, das heißt, es lässt sich keine gefährliche Ursache für die Schmerzen finden.

Oft ist der unspezifische Kreuzschmerz harmlos und verschwindet von allein wieder. Es kommt jedoch oft zu Rückfällen. Beim spezifischen Kreuzschmerz hingegen haben die Schmerzen eine klare Ursache. Manchmal finden die Ärzte bei Patienten mit Kreuzschmerzen durch aufwendige Untersuchungen Veränderungen an der Wirbelsäule, diese sind dann aber gar nicht die Ursache der Beschwerden.

Auch rheumatische Erkrankungen wie Arthrosen, Osteoporose oder eine entzündliche rheumatische Erkrankung können den Rücken in Mitleidenschaft ziehen und spezifische Rückenschmerzen verursachen. In der Regel führt das zu deutlichen Wirbelsäulenveränderungen.

Ursachen - wie kommt es zu Rückenschmerzen?

Die Wirbelsäule ist eigentlich zum Laufen auf vier Beinen vorgesehen. Für den aufrechten Gang ist sie nicht optimal angepasst. Daher kann es durch hohe Belastungen leicht zu Schäden kommen.  Mehr als 90 Prozent aller Rückenbeschwerden entstehen durch Muskelverspannungen. Das kann folgende Ursachen haben:

  • zu wenig Bewegung
  • Überlastung oder Fehlbelastung
  • Fehlhaltungen
  • seelische Belastungen

Weiterhin altern Knochen, Gelenke, Bandscheiben und Muskeln. Die Knochen- und Muskelmasse nimmt ab. Wenig Bewegung beschleunigt diesen Prozess.

Spondyloarthrosen
Wie die Gelenke der Arme und Beine können auch die kleinen Gelenke an den Wirbelkörpern eine Arthrose aufweisen, fachsprachlich Spondyloarthrosen genannt.

Osteoporose
Wenn ältere Menschen ständig Rückenschmerzen haben, kann die Ursache auch eine Osteoporose sein. Dabei bauen die Knochen an Masse ab, ihre Festigkeit wird geringer, sie brechen leichter.

Fibromyalgiesyndrom (FMS)
Das Fibromyalgiesyndrom verursacht Schmerzen an verschiedenen Stellen des Körpers, somit auch am Rücken. Schlafstörungen und Erschöpfung kommen hinzu.

Morbus Bechterew
Die Bechterewsche Krankheit (Morbus Bechterew) kommt zustande durch Entzündungsprozesse an der Wirbelsäule. Diese beginnen in den meisten Fällen am unten Ende der Wirbelsäule, dort, wo sich das Kreuzbein mit dem Becken verbindet (Kreuz-Darmbein-Gelenke). Eine Versteifung der gesamten Wirbelsäule ist bei dieser Erkrankung möglich.

Rheumatoide Arthritis
Bei einer rheumatoiden Arthritis entzünden sich die Gelenke von Armen und Beinen. Selten ist die Halswirbelsäule auch betroffen. Meist besteht dann die Entzündung an den oberen beiden Halswirbelkörpern, die für die Kopfbewegung wichtig sind.

Weitere Ursachen für Rückenschmerzen können sein:

Bandscheibenvorfall
Eine häufige Ursache für Rückenschmerzen kann ein Bandscheibenvorfall sein: Bandscheiben sind Pufferkissen, die zwischen den Wirbelkörpern liegen. Sie bestehen aus einem äußeren Faserring und einem elastischen Kern. Ab dem 20. Lebensjahr beginnen die Bandscheiben zu verschleißen. Dringt der elastische Kern durch Risse nach draußen, entsteht ein Bandscheibenvorfall. Das Bandscheibengewebe kann dann anliegende Nerven bedrängen und schädigen. Das führt zum Schmerz.

Psychische Belastungen
Sehr häufig spielen psychische Belastungen eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Rückenschmerzen. Sie treten unabhängig vom Alter auf. Stress, Ängste und Ärger können zu Muskelverspannungen führen, die auf Dauer die Muskeln verkrampfen lassen.

Rückenschmerzen kommen in unterschiedlichen Formen vor. In den meisten Fällen verschwinden sie nach wenigen Wochen von selbst. Bei folgenden Symptomen ist es ratsam, sofort einen Arzt aufzusuchen:

  • Der Schmerz strahlt in Arme und Beine aus.
  • Man spürt Taubheitsgefühle in Armen und Beinen.  
  • Man kann mit einem Mal nicht mehr auf den Zehenspitzen stehen.
  • Man spürt eine Entleerungsstörung des Darms oder der Blase.
  • Die Schmerzen treten nach einem Sturz auf.
  • Neben den Rückenschmerzen bestehen Fieber und Schüttelfrost.
  • Die Beschwerden dauern länger als drei Tage an.

Rückenschmerzen in Folge von Rheuma
Eine Ursache von Rückenschmerzen kann Rheuma sein. Die Symptome helfen dem Arzt, der Krankheit auf die Spur zu kommen.

Arthrosen
Bei einer Arthrose der Kreuz-Darmbein-Gelenke oder der Lendenwirbelsäule treten Kreuzschmerzen auf, die sich bis ins Gesäß oder die hinteren Oberschenkel ziehen können. Hat die Spondyloarthrose die Brustwirbelsäule in Mitleidenschaft gezogen, strahlen die Schmerzen entlang der Brustwirbel nach vorne aus. Eine Spondyloarthrose der Halswirbelsäule führt zu Nacken-Schulter-Schmerzen.

Rückenschmerzen durch Arthrose an der Wirbelsäule treten oft nur vorübergehend auf. Die Betroffenen verändern ihre Bewegungen allerdings häufig, um dem Schmerz auszuweichen. In der Folge kommt es zu Fehlhaltungen, Fehlbewegungen und Muskelverspannungen. Das verstärkt den Schmerzkreislauf.

Osteoporose
Oft wird eine Osteoporose erst dann erkannt, wenn die ersten Wirbelkörper im Rücken brechen. Die Folge sind meist akute heftige Schmerzen. Durch die Wirbelbrüche verformt sich die Wirbelsäule. So können Fehlhaltungen entstehen, die wiederum zu Fehlbelastungen führen. Das kann dauerhafte schmerzhafte Verspannungen mit sich bringen.

Hinzukommt, dass die Krankheit mit dem Gefühl verbunden ist, zerbrechlich zu sein. Aus Angst vor weiteren Brüchen bewegen die Betroffen sich weniger. Das führt dazu, dass noch mehr Knochensubstanz verlorengeht.

Fibromyalgiesyndrom (FMS)
Das Fibromyalgiesyndrom äußert sich vor allem in starken Muskelschmerzen. Die Schmerzen treten an verschiedenen Stellen des Körpers auf, fast immer auch an der Wirbelsäule. Die Betroffenen beschreiben die Schmerzen wie einen starken Muskelkater. Meistens beginnt die Krankheit schleichend.

Morbus Bechterew
Zunächst zeigt Morbus Bechterew sich durch Rückenschmerzen, die über einen längeren Zeitraum anhalten, meist über mehr als drei Monate. Sie verschlimmern sich vor allem nachts, morgens sowie in Ruhestellung.  Zu Beginn typisch sind Schmerzen im unteren Lendenwirbelabschnitt sowie den Kreuzdarmbeingelenken.

Schreitet die Krankheit fort, treten die Schmerzen dann meist aufsteigend auch in höheren Wirbelsäulenabschnitten auf. Später versteift die Wirbelsäule zunehmend. Damit lassen häufig die Schmerzen nach.

Rheumatoide Arthritis
Typisch bei einer rheumatoiden Arthritis sind Entzündungen der Gelenke von Armen und Beinen. Vor allem morgens fällt es den Betroffenen oft schwer, sich zu bewegen. Bewegung verbessert den Zustand in der Regel. Bei längerer Krankheitsdauer und sehr schwerem Krankheitsverlauf können auch die Gelenke der oberen Halswirbelsäule betroffen sein. Es kommt dann zu starken Nackenschmerzen.

Weitere Ursachen   
Akute Rückenschmerzen treten plötzlich auf und klingen meist innerhalb von wenigen Monaten wieder ab. Ist das der Fall, kann es sich etwa um plötzliche Kreuzschmerzen (Lumbalgien) handeln. Sie werden oft durch Muskelverspannungen ausgelöst.  Bleiben Rückenschmerzen über einen Zeitraum von mehr als zwölf Wochen bestehen, bezeichnet man sie als chronisch. Ihre Stärke kann variieren.

Hexenschuss
Der Hexenschuss (Lumbago) tritt meist nach einer alltäglichen Bewegung wie Heben, Drehen oder Bücken auf. Die Folge ist ein heftiger Schmerz im Bereich der Lendenwirbelsäule. Die Rückenmuskulatur verhärtet sich und macht jede Bewegung zur Qual.

Ischialgie
Brennende oder stechende Schmerzen in Gesäß oder Kreuz, die bis ins Bein strahlen, können auf eine Ischialgie (Ischias) hindeuten. Akute Schmerzen verschwinden in der Regel spätestens nach einigen Wochen wieder. Ischias-Probleme können jedoch chronisch werden.

Bandscheibenvorfall
Bei einem Bandscheibenvorfall treten die Schmerzen zunächst gelegentlich auf und klingen dann wieder ab. Später kann es zu Dauerschmerzen kommen. Kommt es durch einen Bandscheibenvorfall zu Druck auf eine Nervenwurzel, entstehen besonders intensive Schmerzen. Die Nervenwurzeln versorgen Arme, Rumpf und Beine. Durch diese Bahnen laufen Informationen über die Gefühlsqualität sowie die Impulse zur Steuerung von Muskeln. Daher können auch Gefühlstörungen und Muskelschwächen die Folge sein.

Schmerzgedächtnis
Treten Rückenschmerzen über einen längeren Zeitraum auf und lässt man sie unbehandelt, besteht die Gefahr, dass sich ein sogenanntes Schmerzgedächtnis bildet. Dann reicht schon ein minimaler Reiz wie eine Berührung, eine leichte Dehnung oder Wärme aus, um ein Schmerzempfinden auszulösen. Das lässt sich wieder ändern, doch das ist langwierig und mühsam. Besser ist es, Rückenschmerzen gleich ernst zu nehmen und das Schmerzgedächtnis gar nicht erst entstehen zu lassen. Grundsätzlich gilt: Halten die Rückenschmerzen länger als drei Tage an, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. 

Der erste Schritt in der Behandlung von Rückenschmerzen ist ein ausführliches Gespräch (Anamnese) zwischen Arzt und Patient. Der Arzt stellt dabei Fragen zur Krankengeschichte, zu Erkrankungen in der Familie und zu Risikofaktoren. Damit verbunden ist in der Regel eine gründliche körperliche Untersuchung.

Oft lösen verspannte Muskeln oder blockierte Gelenke die Rückenschmerzen aus. Das kann der Arzt mit einfachen Tests herausfinden.  Gibt es Hinweise darauf, dass die Schmerzen mit einer anderen Erkrankung zusammenhängen könnten, nimmt der Arzt weitere Untersuchungen vor.  Dabei können bildgebende Verfahren wie eine Röntgenuntersuchung oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) zum Einsatz kommen. Auch Blutuntersuchungen können notwendig sein.

Wenn die Rückenschmerzen länger als zwölf Wochen andauern, gelten sie als chronisch. Dann folgen weitere  Untersuchungen, um die Ursache einzugrenzen. Gibt es Hinweise darauf, dass psychische Faktoren eine Rolle spielen, wird der Arzt das berufliche und private Umfeld des Patienten in den Blick nehmen. Unter Umständen bezieht er dann einen Psychiater oder Psychotherapeuten in die Therapie ein.

Rückenschmerzen treten plötzlich auf. Bei einer konservativen Behandlung mit Bewegungstraining klingen unspezifische Rückenschmerzen in der Regel spätestens nach zwei bis drei Monaten wieder ab. Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt daher von der Ursache der Schmerzen ab. Der spezifische Rückenschmerz ist nach den Regeln der zugrunde liegenden Erkrankung zu behandeln.

1. Medikamentöse Rückenschmerz-Behandlung

Das Ziel der medikamentösen Schmerzbehandlung ist, den Teufelskreis aus Schmerz und Bewegungslosigkeit zu durchbrechen. Oft zum Einsatz kommt dabei das Schmerzmittel Paracetamol. Mehr als drei Gramm pro Tag sollten Patienten davon allerdings nicht nehmen. Bei der Behandlung starker Rückenschmerzen haben sich sogenannte Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) bewährt.

Wirkstoffe wie Ibuprofen oder Diclofenac lindern Schmerzen und hemmen Entzündungen. Für Patienten mit Herz- oder Nierenproblemen sind sie jedoch nicht geeignet. Die NSAR werden vor allem bei Patienten mit einem M. Bechterew eingenommen. Helfen bei diesem Krankheitsbild die NSAR nicht ausreichend, kommen auch Biologika zum Einsatz.

Bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis werden Kortison und langfristig wirkende Antirheumatika oder Basismedikamente einschließlich der Biologika verwendet. Sie bekämpfen nicht den akuten Schmerz, sondern hemmen die schädliche Autoimmunreaktion des Körpers.

Ergänzende Medikamente
Da oft Muskelverspannungen die Rückenschmerzen auslösen, verschreiben Ärzte oft auch Muskel entspannende Medikamente. Sie haben jedoch Nebenwirkungen, etwa Benommenheit, und sie schädigen die Leber oder machen Abhängigkeit. Bei extrem starken und wiederkehrenden Rückenschmerzen können schwache Opioide nötig sein.

Wenn unspezifische Rückenschmerzen chronisch geworden sind, kann der Einsatz von Antidepressiva sinnvoll sein. In jedem Fall sollten Betroffene mit einem Arzt besprechen, welche Mittel sie nehmen. Wer ohne ärztlichen Rat über einen längeren Zeitraum Medikamente einnimmt oder die mit dem Arzt vereinbarte Dosis überschreitet, riskiert schwere Folgen. Das gilt auch für frei verkäufliche Medikamente.

2. Nicht-medikamentöse Rückenschmerzen-Behandlung

Wer seine Muskeln schont, hat langfristig eher mehr Schmerzen. Vor allem bei akuten Schmerzen zeigt Bewegung in der Regel schnell Wirkung. Zu sehr belasten, etwa durch Heben, sollte man den Rücken allerdings nicht.

Krankengymnastik
Viele Menschen lassen sich von Rückenschmerzen in eine Schonhaltung zwingen. Das vermindert die Schmerzen, aber die unnatürlichen Belastungen führen zu Verspannungen. In diesem Fall hilft eine Physiotherapie weiter. Anfangs begleitet man diese Therapie oft mit Medikamenten, um den Patienten die Angst vor dem Schmerz bei der Bewegung zu nehmen. Das Ziel ist, ein Muskelkorsett aufzubauen, das die Wirbelsäule stützt. Physiotherapie findet in Einzelsitzungen statt. Auch das Funktionstraining der Deutschen Rheuma-Liga bietet qualifizierte Übungsprogramme.

Wärmebehandlung
Bei akuten Beschwerden wie einem Hexenschuss oder einem Bandscheibenvorfall kann Wärme helfen, die Muskeln zu entspannen, die Durchblutung zu fördern und so den Stoffwechseln anzuregen. Bei Schmerzen, die durch Verschließ zustande kommen, etwa bei Arthrose, kann das sehr wohltuend wirken.

Kältebehandlung
Wärme ist nicht immer das richtige Mittel. Bei einer Ischias-Reizung oder anderen entzündlichen Erkrankungen kann Wärme die Schmerzen noch verschlimmern. In diesen Fällen ist es ratsam, die betroffenen Stellen zu kühlen, etwa mit gelgefüllten Coldpacks oder Eispackungen. Die Kälte verlangsamt die Übertragung der Schmerzsignale.

Akupunktur
In der Schmerztherapie kommt immer öfter auch Akupunktur zum Einsatz. Speziell bei Rückenschmerzen zeigen sich dabei Erfolge. Die Patienten sollten darauf achten, dass ein erfahrener Akupunkteur die Behandlung durchführt. Einen Teil der Kosten erstatten oft die Krankenkassen.

Massage
Bei verspannungsbedingten chronischen Rückenschmerzen kann eine Massage sehr viel bewirken. Dabei löst der Masseur die Verspannungen durch Walken, Kneten und Streichen.

Manuelle Therapie
Das Ziel einer manuellen Therapie ist, die Gelenke wieder beweglich zu machen, um Schmerzen zu lindern. Es kommen spezielle Handgrifftechniken zum Einsatz. Inwieweit die Krankenkasse die Kosten übernimmt, sollten Patienten vor der Therapie klären.

Osteopathie
Eine alternative Behandlungsform ist die Osteopathie. Sie kann Blockaden abbauen und das Gleichgewicht aller Körpersysteme wiederherstellen. Dazu verwendet der Osteopath verschiedene Massage, Dehn- und Grifftechniken. Sie sollen gleichzeitig die Selbstheilungskräfte des Körpers anregen.

Shiatsu
Eine weitere alternative Massageform ist Shiatsu. Dabei arbeitet der Therapeut vor allem mit seinem Körpergewicht und seiner Handkraft. Die Behandlung löst im ganzen Körper Spannungen und stimuliert so die Fähigkeit des Organismus, sich selbst zu regulieren.

Multimodale Schmerztherapie
Vor allem, wenn Schmerzen schon über eine längere Zeit anhalten, lassen sie sich oft nur schwer behandeln. Die gute Nachricht ist: Bekämpfen lassen sie sich so gut wie immer. Oft ist es dazu notwendig, dass verschiedene medizinische Fachbereiche zusammenarbeiten. Viele wissenschaftliche Studien belegen, dass sich das am besten erreichen lässt mit einer sogenannten multimodalen Schmerztherapie.

Bei dieser Art der Therapie arbeiten Schmerzspezialisten Hand in Hand mit Physiotherapeuten und Psychologen. Sie wählen für den Patienten zusammen die beste Kombination aus physikalischen Therapien und psychosozialer Betreuung aus. Studien haben gezeigt, dass nach einer multimodalen Behandlung deutlich mehr Teilnehmer an ihren Arbeitsplatz zurückkehren können als nach einer herkömmlichen Therapie.

3. Operation

Eine Operation ist nur dann sofort notwendig, wenn eine Schädigung der Wirbelsäule zu einer Störung der Blasen- und Darmkontrolle geführt hat. Dann ist es nötig, schnell zu handeln. Außerdem kann eine Operation sinnvoll sein, wenn die ins Bein ausstrahlenden Schmerzen nicht nachlassen oder der Gefühlsausfall beziehungsweise die Muskelschwäche tagelang andauern.

Die häufigsten Rückenoperationen sind Eingriffe an der Bandscheibe und bei Verengungen von Wirbelkanälen (Spinalkanalstenosen). Bei einer Bandscheibenoperation entfernt der Arzt das vorgefallene Bandscheibenmaterial und entlastet so die Nervenwurzel. Nach einigen Wochen bildet sich Narbengewebe. Die Wirbelsäule wird wieder belastbar.  Die Operationstechniken haben sich in den vergangenen Jahren stark verbessert.

In vielen Fällen arbeiten die Ärzte mikrochirurgisch. Vor der Entscheidung für einen operativen Eingriff ist es in jedem Fall ratsam, eine zweite Expertenmeinung einzuholen. Wichtig nach der Operation ist der Muskelaufbau. Dabei bieten Physiotherapie oder Rückenschulen gute Aussichten auf ein schmerzfreies Leben oder sogar Heilung.   

Broschüre: Rücken stärken, Schmerzen lindern

Die Broschüre erklärt unter anderem, was jeder selbst tun kann, um Rückenschmerzen zu lindern.

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