• Forum
  • Kontakt
  • Presse
  • Intranet
  • A A
    STRG + STRG -

    Sie können die Seite mithilfe Ihres Browsers größer oder kleiner anzeigen lassen. Verwenden Sie dafür bitte STRG + und STRG - .
    Mit STRG 0 gelangen Sie wieder zur Ausgangsgröße.

  • brightness_6
  • Instagram Logo
brightness_6 search menu

Mit Rheuma im Krankenhaus

Wann gehe ich eigentlich als Rheumapatient in ein Akut-Krankenhaus? Und wie finde ich die für mich geeignete Klinik? Anregungen und Hintergründe für Ihre Orientierung.

Unser Gesundheitssystem stellt heute die ambulante Behandlung generell in den Vordergrund. Bei rheumatischen Erkrankungen liegt diese Behandlung ebenso eindeutig an erster Stelle. Medikamentöse, physikalische und ergotherapeutische Behandlungen, ja, zum Teil auch Operationen sind nach dem heutigen Entwicklungsstand ambulant durchführbar. Unter Umständen ist dort eine interdisziplinäre Behandlung notwendig und auch realisierbar. Erst wenn alle ambulanten Behandlungsmaßnahmen ausgeschöpft sind und nicht den möglichen Erfolg gebracht haben, ist also an eine stationäre Behandlung zu denken. Besonders bei größeren operativen Eingriffen, zum Beispiel einem Gelenkersatz, kann die stationäre Krankenhausbehandlung notwendig und angezeigt sein.

Die Kliniksuche

Der persönliche Qualitätsanspruch jedes Patienten, der ein Krankenhaus aufsuchen muss, ist immer von mehreren Aspekten geprägt. Zum einen soll die Behandlung erfolgreich und der Aufenthalt möglichst angenehm sein. Gewünscht ist auch ein uneingeschränktes Vertrauen zu den behandelnden Fachleuten, ohne jedoch die eigene Selbstbestimmung aufgeben zu müssen. Drei Überlegungen sind jedoch unerlässlich:

  • Die Wahl eines Krankenhauses muss sich zu allererst nach der Diagnose und der geplanten oder   notwendigen Therapie richten!
  • Die Entfernung vom Wohnort kann entscheidend sein, für den Fall, dass nach der stationären Behandlung Nachuntersuchungen erforderlich sind.
  • Es ist vorher zu klären, dass das Krankenhaus eine Zulassung für die Behandlung von Krankenkassen-Versicherten hat oder als reine Privatklinik besteht.

Die Klinikauswahl

Es gibt unterschiedliche Wege, unter Berücksichtigung dieser Aspekte das geeignete Krankenhaus auszuwählen.

  • Der einweisende Arzt empfiehlt eine bestimmte Klinik.
  • Andere rheumakranke Menschen haben von guten Erfahrungen mit einer bestimmten Klinik berichtet.
  • Die zuständige Krankenkasse hat eine Empfehlung gegeben.
  • Die Rheuma-Liga vor Ort gibt aus Erfahrungen ihrer Mitglieder Auskunft.
  • Die Versorgungslandkarte der Deutschen Rheuma-Liga im Internet zeigt Kliniken auf. Aufgenommen werden in diese Liste Kliniken, die spezielle Qualitätsanforderungen erfüllen.
  • Eine Recherche im Internet, zum Beispiel über eine Suchmaschine unter dem Stichwort „Krankenhaus Suche, Weisse Liste, Krankenhausbewertung“ erleichtert die Entscheidung.

Diese Hinweise treffen besonders dann zu, wenn eine Operation geplant ist, für deren Durchführung zahlreiche – auch nicht speziell rheumatologische Kliniken, infrage kommen. Gerade bei Prothesen-Operationen sollte darauf geachtet werden, dass die Klinik und darüber hinaus auch der Operateur über möglichst umfangreiche Erfahrung verfügen. Bei Knieendoprothesenoperationen hat der Gemeinsame Bundesausschuss eine Mindestzahl von 50 Operationen pro Jahr festgelegt, damit die Klinik überhaupt operieren darf. Bei Hüftendoprothesen gelten solche Mindestmengen nicht, daher ist es umso wichtiger, sich vor der Operation zu erkundigen, wie viel Erfahrung Klinik und Operateur haben. Qualitätsberichte der Krankenhäuser liefern hilfreiche Fakten über die jeweilige Fachabteilung, wie viel Erfahrung der Operateur hat, sollte nachgefragt werden.

Handelt es sich um die abschließende Diagnostik und Einleitung einer Therapie bei einer rheumatischen Erkrankung und ist die ambulante Maßnahme nicht ausreichend, sollte sich die Kliniksuche eher in Richtung einer Rheuma-Fachklinik orientieren. Aber auch die rheumatologische Fachabteilung eines Krankenhauses kann geeignet sein. Die Mindestanforderung besteht aber sicher in der fachärztlichen Kompetenz. Ob diese Kompetenz vorhanden ist, lässt sich von außen schwer beurteilen. Erfahrungsberichte von Betroffenen oder die Auskunft der örtlichen Rheuma-Liga können am ehesten weiterhelfen. Auch die bereits genannten Qualitätsberichte der Krankenhäuser können indirekte Hilfestellungen geben. Um kein persönliches finanzielles Risikoeinzugehen, sollte vor einem Kontakt mit dem Krankenhaus geklärt sein, dass das Haus über eine Zulassung der gesetzlichen Krankenkassen verfügt.

Ein Fall für das Rheumazentrum

In der Regel sind die rheumatischen Erkrankungen in zahlreichen Praxen, mitunter auch Facharztpraxen und stationären Einrichtungen gut und ausreichend behandelbar. Bei sehr komplizierten und schweren Verläufen oder auch bei seltenen rheumatischen Erkrankungen ist die spezielle Erfahrung der behandelnden Ärzte und Therapeuten eine notwendige Voraussetzung. Diese Erfahrung liegt am ehesten in den Rheumazentren vor. Gerade dafür haben die meisten Rheumazentren besondere Zulassungen – auch ambulant (Paragraf 116b SGB V).

Autorin: Rotraut Schmale-Grede ist Präsidentin der Deutschen Rheuma-Liga.