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Impfungen: Was Rheuma-Betroffene wissen müssen

Auch für Menschen mit Rheuma sind Impfungen wichtig. Sie müssen allerdings Besonderheiten beachten.

Impfungen gegen Grippe, Tetanus und Hepatitis sind für jeden Menschen wichtig. Auch für Betroffene entzündlich-rheumatischer Erkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis. Sie müssen allerdings Besonderheiten beachten, um einen sicheren und wirkungsvollen Impfschutz zu erreichen.

Für Menschen mit einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung ist das Risiko höher, einen Infekt zu bekommen, vor allem einen Atemwegsinfekt. Zudem ist der Infektverlauf oftmals schwerer als bei einem gesunden Menschen. Die höhere Anfälligkeit liegt zum einen an der Erkrankung selbst und zum anderen daran, dass viele Betroffene eine immunsuppressive Therapie erhalten. Medikamente können das Immunsystem dämpfen – etwa Methotrexat (MTX), Leflunomid, Ciclosporin A, Cyclophosphamid, Azathioprin, Mycophenolatmofetil, höher dosierte systemische Kortikosteroide und Biologika. Es ist daher dringend erforderlich, Schutzimpfungen durchführen zu lassen, um gar nicht erst zu erkranken.

An diesen Impfungen geht bei Rheuma kein Weg vorbei

Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen sollten sich regelmäßig impfen lassen – einmal im Jahr gegen Grippe und alle fünf Jahre gegen Pneumokokken. Patienten mit speziellem Risiko sollten zudem ein- bis zweimal im Jahr eine Schutzimpfung gegen Meningokokken bekommen (mit einem tetravalenten Konjugatimpfstoff). Unverzichtbar sind zudem Kombinationsimpfungen gegen Tetanus, Diphterie, Keuchhusten, Kinderlähmung und Frühsommermeningoenzephalitis (FSME) in Zecken-Gebieten. Wählen Sie für Impfungen am besten einen Zeitpunkt mit niedriger Krankheitsaktivität. Dann ist das Risiko äußerst gering, einen Krankheitsschub auszulösen. Nach der Impfung sind auch bei Rheuma-Betroffenen in der Regel genügend Antikörper im Blut vorhanden, sodass ein ausreichender Schutz gewährleistet ist.

Eine neue wichtige Möglichkeit ist es sich durch Impfung gegen Gürtelrose (Herpes zoster) zu schützen, diese Komplikation tritt bei immunsupprimierten Patienten besonders häufig auf. Es ist jetzt ein Zoster-Totvakzin verfügbar, das für jeden Patienten unter solcher Medikation empfehlenswert ist.

Können Impfungen einen Rheuma-Schub auslösen?

Das Gerücht hält sich hartnäckig, eine Impfung würde die rheumatische Erkrankung verschlimmern. Das ist falsch. Zwar gibt es Einzelfälle, die von rheumatischen Schüben nach einer Schutzimpfung berichten, doch der ursächliche Zusammenhang ist wissenschaftlich nicht belegt. Patienten müssen daher weder einer Verschlechterung der Erkrankung noch wesentliche Nebenwirkungen befürchten.

Biologika können Wirkung von Impfungen abschwächen

Es ist empfehlenswert, den Impfstatus vor Beginn einer Therapie mit Rituximab (Biologika) zu aktualisieren. Denn es kann sein, dass Impfungen gegen Pneumokokken, Influenza (Grippe) und virale Hepatitis im Rahmen dieser immunsuppressiven Therapie nicht gut ansprechen. In diesem Fall reicht die Menge an gebildeten Antikörpern nach der Impfung für einen kompletten Impfschutz nicht aus. Klarheit schafft die Überprüfung der Impfantwort, die sich am sogenannten Impftiter orientiert. Bei den anderen Biologika ist das Risiko einer nicht ausreichenden Impfantwort deutlich geringer.

Lebendimpfstoffe meistens ein Tabu

Sogenannte Totimpfstoffe sind für Rheuma-Betroffene in der Regel unbedenklich denn sie enthalten inaktivierte oder abgetötete Krankheitserreger oder nur Teile davon. Anders verhält es sich bei Lebendimpfstoffen – das sind abgeschwächte, aber vermehrungsfähige Erreger wie Masern, Mumps, Röteln, Windpocken, Rotaviren, Typhus, Cholera und Gelbfieber. Diese Impfstoffe sind für Menschen mit einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung während einer immunsuppressiven Therapie in der Regel ungeeignet.  Benötigt man eine solche Impfung, muß das Immunsuppressivum drei Monate zuvor abgesetzt werden.

Weitere Informationen: Impfen bei Kindern mit Rheuma

Impfungen schützen von Kindesbeinen an wirksam vor schweren Infektionskrankheiten. Für Kinder mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen ist das besonders wichtig.

Impfungen bei Kindern