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Zehn Mythen über Rückenschmerzen – was ist dran?

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Ratgeber Rückenschmerzen
Der Ratgeber "Rücken stärken, Schmerzen lindern" der Deutschen Rheuma-Liga klärt über Ursachen von Rückenschmerzen, Therapien und Bewegung auf.

Die Ursachen von Rückenschmerzen bleiben oft unklar. Auch deshalb gibt es wohl so viele Mythen über den Rücken. Wir klären auf.

Rückenschmerzen sind die häufigste Form akuter und chronischer Schmerzen am Bewegungsorgan. Fast jeder Mensch leidet im Laufe seines Lebens mindestens einmal an Rückenschmerzen. Der erste Schritt zum gesünderen Rücken ist ein besseres Verstehen von Zusammenhängen. Um das Thema Rückenschmerzen ranken sich viele Mythen. Wir klären auf:

1. Die häufigste Ursache für Rückenschmerzen sind kaputte Bandscheiben.

Falsch. Mehr als 90 Prozent aller Rückenbeschwerden entstehen aufgrund von muskulären Verspannungen – ausgelöst durch Fehlhaltungen, bewegungsarme Lebensweise und Überlastungen. Damit überfordert man Muskelgruppen, sie verkürzen oder verhärten. Die Folge sind Verspannungen und Schmerzen. Dagegen hilft Bewegung!

2. Rückenschmerzen kommen vom aufrechten Gang.

Stimmt teilweise. Durch das Aufrichten auf zwei Beine im Lauf der Evolution ist unsere Wirbelsäule anfälliger geworden, zum Beispiel für Bandscheibenvorfälle. Aber die meisten Rückenschmerzen kommen nicht vom aufrechten Gang, sondern vom übermäßigen Sitzen: in statischer Körperhaltung, etwa mit gerundetem Rücken und ohne ausgleichende Bewegung. Erwachsene in den Industrieländern verbringen 50 bis 60 Prozent ihres Tages im Sitzen.

3. Bei Rückenschmerzen ist Schonung angesagt.

Falsch. Gerade bei akuten Schmerzen bringt Bewegung eine schnellere Heilung. Schonung führt zu Muskelabbau und langfristig zu noch mehr Schmerzen. Regelmäßige, im Falle von Schmerzen vorsichtige Bewegung, etwa in Form von Physiotherapie, trägt dazu bei, die Muskeln zu lockern und bewirkt langfristig eine Kräftigung des Rückens. Und ein kräftiger stabiler Rücken sieht nicht nur gut aus, sondern schmerzt auch seltener.

4. Bei Rückenschmerzen ist meistens die Matratze zu weich.

Selten ist die Matratze alleine der Grund für Rückenschmerzen. Sie kann allerdings vorhandene Probleme wie Verspannungen und Schmerzen verstärken. Auch im Liegen sollte die Wirbelsäule ihre natürliche Form beibehalten. Gute Schlafunterlagen passen sich an den Körper an, nicht umgekehrt. In jedem Fall beim Matratzenkauf Probe liegen und sich fachlich beraten lassen.

Infos zum Matratzenkauf

 

5. Wer viel sitzt, bekommt automatisch Rückenschmerzen.

Nicht jeder, der beispielsweise aus beruflichen Gründen viel sitzt, entwickelt automatisch Rückenschmerzen. Der Rücken eines Vielsitzers braucht jedoch mehr körperlichen Ausgleich und Bewegungspausen: Deshalb etwa alle 20 Minuten die Sitzposition verändern!

6. Manche sind für einen Hexenschuss anfällig als andere.

Richtig. Menschen, deren Rückenmuskulatur schlecht ausgebildet ist, erleiden schneller einen Hexenschuss als jene mit gut trainierten Rückenmuskeln. Meist wird ein Hexenschuss durch eine Blockade eines Wirbelgelenkes verursacht. Gleichzeitig verspannt sich die Rückenmuskulatur stark – und das ist für den Betroffenen sehr schmerzhaft. Je schwächer die Muskeln, desto weniger Halt geben sie der Wirbelsäule.

7. Wärme hilft immer.

Falsch. Bei Ischiasreizung und anderen entzündlichen Erkrankungen sind Wärmeanwendungen ungeeignet, weil sie die Entzündung noch befeuern. Kühlen ist hier angezeigt. Wärme hilft dagegen zur Entspannung der Rückenmuskeln bei akuten Beschwerden, wie Hexenschuss oder Bandscheibenvorfall.

8. Wer regelmäßig Sport treibt, bekommt keine Rückenschmerzen.

Nicht alle Sportarten sind geeignet. Bei einigen ist die Belastung für den Rücken sehr groß, etwa bei Sportarten mit abrupten Stopps, wie Tennis und Squash, oder bei den meisten Mannschaftssportarten. Falsches Brustschwimmen, bei dem der Kopf aus dem Wasser ragt, kann die Halswirbelsäule stark belasten. Günstiger sind Nordic Walking, Rückenschwimmen, Fahrrad fahren und gezieltes Krafttraining.

Unsere Bewegungsangebote

 

9. Bei Rückenschmerzen muss man auch die Bauchmuskeln stärken.

Richtig. Nicht nur die Rücken-, sondern auch die Bauchmuskeln sind wichtig, um die Wirbelsäule zu stabilisieren und zu entlasten. Zusammen bilden die Muskeln sozusagen ein natürliches Korsett. Um die Muskeln in Bauch und Rücken aufzubauen sind Physiotherapie, gezielte Gymnastikübungen und Gerätetraining sinnvoll. Auch Pilates und Yoga sind hilfreich.

10. Rauchstopp lindert Rückenschmerzen.

Richtig. Obwohl Rauchen und Rückenschmerzen auf den ersten Blick nicht miteinander zusammenhängen, gibt es doch eine Verbindung – und zwar im Gehirn, wie amerikanische Forscher herausfanden. Rauchen beeinflusst die Art und Weise, wie das Gehirn auf Rückenschmerzen reagiert. Raucher sind demnach weniger belastbar. Das ist der Grund, warum Raucher dreimal häufiger als Nichtraucher unter chronischen Rückenschmerzen leiden.

Quelle: Der Text stammt aus der Ratgeber-Broschüre "Rücken stärken – Schmerzen lindern" der Deutschen Rheuma-Liga. Die Broschüre ist als Leseprobe im Publikationsshop zum Download erhältlich und kann dort oder bei den Landes- und Mitgliedersverbänden bestellt werden.

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