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Leitlinien im Blick behalten

Sogenannte Leitlinien legen fest, wie die Versorgung bei bestimmten Erkrankungen erfolgen soll. Dabei wird berücksichtigt, welche wissenschaftlichen Nachweise es für die Effektivität von Medikamenten und anderen therapeutischen Maßnahmen gibt. Seit April 2012 existiert eine solche Leitlinie zu Fibromyalgie, an der die Deutsche Rheuma-Liga mitgewirkt hat. Ein Teil der genannten Empfehlungen von Dr. Wölfel entspricht nicht diesen Leitlinien: Für einige der genannten Therapiemethoden liegen keine ausreichenden wissenschaftlichen Nachweise für die Wirksamkeit vor.

In der Mitgliederzeitschrift mobil teilen wir auch persönliche Erfahrungen von Betroffenen und Ärzten mit. Im Wesentlichen halten wir uns jedoch an die wissenschaftlich ausreichend gesicherten Fakten in der Behandlung von Rheumapatienten. Für diese Fakten sind zum Beispiel klinische Studien mit bestimmten Voraussetzungen nötig. Schmerzpatienten können im Einzelfall von vielen Therapiemethoden profitieren, da das Schmerzempfinden sehr individuell geprägt sein kann und von vielen Faktoren abhängt. Auch Scheinmedikamente ohne bedeutsame Inhaltsstoffe erzielen bei Betroffenen deutlich nachweisbare Wirkungen. Das gilt besonders bei der Fibromyalgie: Was dem einen hilft, muss dem nächsten durchaus nicht immer helfen, sondern kann sogar das individuelle Schmerzempfinden verstärken.

Dr. Wölfel kann auf große Erfahrung in der stationären Behandlung der Fibromyalgie zurückblicken. Wir veröffentlichen seinen Beitrag, weil wir vor dem Dilemma stehen, dass medikamentöse Therapien bei der Fibromyalgie eher einen geringeren Stellenwert haben. Der wissenschaftliche Nachweis für die Wirksamkeit eines Medikaments ist jedoch vergleichsweise unkompliziert. Dagegen ist es äußerst schwierig, die Wirksamkeit für multimodale Therapieansätze zu belegen. Gerade bei der Fibromyalgie bewegen wir
uns daher oft in einem Bereich, in dem keine ausreichenden wissenschaftlichen Nachweise vorliegen.

Verstehen Sie deshalb einzelne Empfehlungen von Dr. Wölfel als Anregung. Wir raten, ergänzend die Leitlinie zu lesen.

Hier geht es zur Leitlinie für Fibromyalgie

Weitere Leitlinien im Internet: www.rheuma-liga.de/leitlinie

Zum Autor

Prof. Stefan Schewe ist internistischer Rheumatologe in München und Ebersberg und ärztlicher Berater der Redaktion mobil.