Gleiches Recht für alle - Einstellungshemnisse abbauen

Einstellungshemnisse abbauen, © Mopic - Fotolia.com

Wie gelingt es, Einstellungshemmnisse und Erschwernisse bei der Weiterbeschäftigung von chronisch kranken Menschen abzubauen? Arbeitgeber sind hierzu gesetzlich verpflichtet, können aber kostenlos Unterstützung erhalten. Der Gesetzgeber hat alle Arbeitgeber verpflichtet, frühzeitig Anstrengungen zu unternehmen, um chronische Erkrankungen seiner Beschäftigten zu verhindern und Konflikten am Arbeitsplatz vorzubeugen (Paragraf 84 SGB IX). Arbeitgeber sollen bei einer längeren oder wiederholten Arbeitsunfähigkeit ihrer Beschäftigten von mehr als sechs Wochen jährlich ein betriebliches Eingliederungsmanagement durchführen und damit ein gesundheitsbedingtes Ausscheiden aus dem Arbeits- oder Beschäftigungsverhältnis vermeiden.

Eines ist sicher: Der Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern wird weiter zunehmen. Arbeitgeber und Unternehmen werden sich zukünftig stärker an den individuellen Lebenslagen ihrer Mitarbeiter orientieren und neue Handlungsspielräume für gesundheitlich eingeschränkte oder leistungsgewandelte Arbeitnehmer und Beschäftigte schaffen müssen.

Betriebliches Eingliederungsmanagement

Ein Arbeitsplatzverlust aufgrund einer gesundheitlichen Einschränkung kann durch eine angemessene Vorgehensweise und über die Strukturen der Rehabilitation verhindert werden. Davon ist Gunnar Friemelt, Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV), überzeugt. Die Deutsche Rentenversicherung Bund unterstützt Arbeitgeber mit einem neuen Angebot – dem „Arbeitgeberservice Rehabilitation und betriebliche Eingliederung für Arbeitnehmer“. Friemelt erklärt: „Wir bieten Arbeitgebern bundesweit telefonisch und - im Aufbau befindlich -  bis Ende 2014 auch vor Ort an, ihnen im Rahmen einer aufsuchenden Beratung, Unterstützungsmöglichkeiten für leistungsgewandelte Menschen aufzuzeigen.“

Kernbestandteil des Serviceangebotes ist das betriebliche Eingliederungsmanagement, weil dort nach vorliegenden DRV-Erkenntnissen der Unterstützungsbedarf am größten ist und man mit Leistungsangeboten zur Teilhabe wirksam helfen kann. Den Bedarf gilt es für die DRV auch vor Antragstellung zu erkennen, denn frühzeitiges Eingreifen kann oftmals einer Verstetigung von Leistungseinschränkungen entgegenwirken. Weiteres wichtiges Ziel ist die Wahrnehmung einer Wegweiser- und Lotsenfunktion. Das Beratungsangebot wird zunächst im Rahmen eines Modells erprobt.

Zum Autor

Mit Gunnar Friemelt, Deutsche Rentenversicherung Bund, sprach Ines Nowack,
Redaktion mobil.

 

Schon gewusst?

Vorteile für Arbeitgeber

Im Rahmen der Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben können Arbeitgeber Zuschüsse erhalten:

  • für außer- und innerbetriebliche Bildungsleistungen
  • zum Arbeitsentgelt (Eingliederungszuschuss)
  • für Arbeitshilfen und Einrichtungen zur behindertenbedingten Ausgestaltung des persönlichen Arbeitsund Ausbildungsplatzes und
  • für befristete Probebeschäftigungen.


Weitere Informationen erhalten Sie in den örtlichen Auskunfts- und Beratungsstellen der Rentenversicherung oder den gemeinsamen Servicestellen für Rehabilitation.

Mehr Informationen unter Telefon 030- 86582809 (Arbeitgeberservice der Deutschen Rentenversicherung Bund) und im Internet unter www.deutscherentenversicherung-bund.de

Neben den Angeboten der Reha-Träger kann eine Unterstützung nach Paragraf 84 Absatz 2 SGB IX auch durch die örtlichen gemeinsamen Servicestellen für Rehabilitation und bei schwerbehinderten Beschäftigten durch das Integrationsamt erfolgen.