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Arbeitskraft erhalten: Medizinische Rehabilitation und weitere Angebote

Medizinische Rehabilitation – ob ganztags ambulant oder stationär in einer Klinik – trägt ganz wesentlich dazu bei,  Arbeits-)Kraft und Lebensmut zu erhalten. Denn sie bietet medikamentöse, aktivierende und physikalische Therapien, Informationen, Beratung und psychologische Unterstützung im Umgang mit der Krankheit.

Nicht zuletzt dank wirksamer Rehabilitation steigt die Zahl derjenigen, die mit einer rheumatischen Erkrankung arbeiten, während die der krankheitsbedingten Fehltage sinkt.

Viele Rheuma-Betroffene, deren Erkrankung erst in einem fortgeschrittenen Stadium erkannt wurde, durchlaufen schon kurz nach der Diagnose eine stationäre medizinische Reha, oft auch als Anschlussheilbehandlung nach einer Operation. Andere lernen die Vorteile der medizinischen Rehabilitation kennen, wenn sie nach Jahren der Berufstätigkeit mit ihrer Krankheit eine Reha-Maßnahme beantragen und durchlaufen – was prinzipiell alle vier Jahre möglich ist, bei besonderem Bedarf auch häufiger.

Die Rehabilitation erhält die Arbeitskraft und ist auch im langfristigen Interesse des Arbeitgebers. Dies gilt ganz besonders für die medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation (Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben), die sich stärker mit beruflichen Themen auseinandersetzt – vor allem mit dem Erhalt, der Wiederherstellung oder auch der Sicherung der Erwerbsfähigkeit.

Tipps für den Rehaantrag

Für viele ist sie ein Buch mit sieben Siegeln – doch die Rehabilitation ist häufig ein Segen für Betroffene. Wer hat wann Anspruch darauf und welche Formalitäten sind zu erfüllen? 

Weitere Infos

Ansprechpartner für die medizinische Rehabilitation

Eine medizinische Rehabilitation können Betroffene je nach Situation bei verschiedenen Kostenträgern beantragen. Grundsätzlich ist immer derjenige zuständig, für den im Fall einer gescheiterten Reha Kosten entstehen würden.

Dient die Reha der Erhaltung oder Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit, ist die Deutsche Rentenversicherung zuständig. Stehen Betroffene nicht in einem versicherungspflichtigen  Arbeitsverhältnis, ist es die Krankenkasse, bei einem Arbeitsunfall oder einer Berufskrankheit die Unfall-Versicherung oder Berufsgenossenschaft. Das Integrationsamt unterstützt die Belange derjenigen, die als Beamte oder als Selbstständige keinen anderen Reha-Träger haben.

Alle Kostenträger halten die nötigen Antragsformulare bereit, die Betroffene dann zusammen mit ihrem Rheumatologen oder Hausarzt ausfüllen sollten. Wenn Betroffene – egal ob bei der Rentenversicherung, Arbeitsagentur oder Krankenkasse – einen Antrag auf medizinische Rehabilitation stellen, sollten sie zuvor mit dem behandelnden Arzt das Hauptziel der Reha – beispielsweise Erwerbsfähigkeit (ganz wichtig für den Rentenversicherungsträger) oder bessere Mobilität – klären.

Tipp

Je detaillierter und persönlicher Sie Bedarf, Motivation und Ziele begründen, desto besser sind Ihre Chancen, dass die Versicherung die Maßnahme genehmigt. Selbst wenn sie ablehnt, ist ein Widerspruch oft erfolgreich, sofern der Arzt die Rehabilitation befürwortet. Es lohnt sich also, hartnäckig zu sein. 

Heilmittel und Funktionstraining

Darüber hinaus sind Heilmittel wie Bewegungstherapie, Physikalische Therapie oder Ergotherapie nicht nur ein wichtiger Teil der stationären Rehabilitation, sondern werden häufig therapiebegleitend vom Hausarzt oder Rheumatologen verordnet – nach dem Grundsatz: „ambulant vor stationär“.

Als ergänzende Leistung zur Rehabilitation ist auch die Verordnung von Funktionstraining und Rehabilitationssportdurch Ihren Arzt möglich. In der gesetzlichen Krankenversicherung beträgt der Leistungsumfang des Funktionstrainings in der Regel zwölf Monate, bei schwerer Beeinträchtigung der Beweglichkeit durch chronisch oder chronisch fortschreitend verlaufende entzündlich-rheumatische Erkrankungen (rheumatoide Arthritis, Morbus Bechterew, Psoriasis-Arthritis), schwere Polyarthrosen, Kollagenosen, Fibromyalgie-Syndrome und Osteoporose 24 Monate. Eine längere Verordnungsdauer ist nach Einzelfallprüfung möglich, wenn die Leistung medizinisch notwendig, geeignet und wirtschaftlich ist.

Ausführliche Informationen zum Funktionstraining gibt es auf der Internetseite der Deutschen Rheuma-Liga. Nutzen Sie auch die Beratungsangebote bei den Mitglieds- und Landesverbänden.

Alltagshilfen

Hilfsmittel wie Orthesen, Schuheinlagen oder Kompressionsstrümpfe werden von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Voraussetzung ist, dass sie nötig sind, um den Behandlungserfolg zu sichern, einer drohenden Behinderung vorzubeugen oder eine vorhandene Behinderung auszugleichen. Benötigen Betroffene ein Hilfsmittel, um Pflegebedürftigkeit zu vermeiden, kann auch ein Anspruch im Rahmen der medizinischen Vorsorgeleistungen bestehen.

Patientenschulung und Selbstmanagement-Kurse

Patientenschulungen bieten die einzigartige Möglichkeit, im Gespräch mit Ärzten, Psychologen sowie Physio- und Ergotherapeuten mehr Klarheit und Informationen über die eigene Krankheit und Therapiemöglichkeiten zu erhalten.

Erkundigen Sie sich bei Ihrer Rheuma-Liga nach unterstützenden Kursangeboten, zum Beispiel „Herausforderung Rheuma – nimm dein Leben in die Hand“. Das Besondere an den Selbstmanagement-Kursen: Die Trainer sind selbst von einer rheumatischen Erkrankung betroffene Menschen, die eine entsprechende Schulung durchlaufen haben und nun mit ihrem Wissen und als Vorbild andere Betroffene begleiten.

Der Text stammt aus der Broschüre "Im Job mit Rheuma" der Deutschen Rheuma-Liga.