Abc der Ernährung

Obst und Gemüse, Quark und Toast, Quelle juniart - Fotolia.com

 

„Du bist, was du isst“ – so manche Weltanschauung schlägt sich auch auf dem Teller nieder. Die Ernährungsformen sind dementsprechend variantenreich. Sie erhalten hier einen Überblick über gängige Ernährungsformen in unserem Ernährungsglossar.

Anthroposophische Ernährung

Die von Rolf Steiner begründete Anthroposophie umfasst auch Ernährungsratschläge, die dazu beitragen sollen, Körper und Geist in Harmonie mit der Natur zu bringen. Einen besonderen Stellenwert besitzt Getreide, zusätzlich werden Obst und Gemüse gegessen, auch Milch und Milch produkte sind erlaubt und gelten sogar als besonders empfehlenswert. Die Lebens mittel sollten bevorzugt aus dem biologisch-dynamischen Anbau stammen.

Ayurvedische Kost

Die indische Heilkunde unterscheidet drei Konstitutionstypen, Doshas genannt. Sind die Doshas nicht ausgeglichen, entstehen Krankheiten. Die richtige Ernährung soll die Balance wiederherstellen und Krankheiten vorbeugen. Eine ayurvedische Mahlzeit enthält alle sechs Geschmacksrichtungen: süß, sauer, salzig, scharf, bitter und herb. Der Schwerpunkt liegt auf Milchprodukten, Getreide, Früchten und Gemüse, Fleisch steht selten auf dem Speiseplan. Chili, Zwiebel, Knoblauch und Alkohol sind zu meiden.

Basische Ernährung

Grundgedanke der basischen Ernährung ist, dass der Körper aus manchen Lebensmitteln Säuren bildet, die die Gesundheit angreifen. Um dies zu vermeiden, sollte man sich vorwiegend von basischen oder „basenbildenden“ Lebensmitteln ernähren. Dazu gehören vor allem Kartoffeln, Gemüse, Obst, Rohmilch und Trockenfrüchte. Zu den „Säurebildnern“ zählen zum Beispiel Zucker und Süßwaren, Produkte aus hellem Mehl, schwarzer Tee, Fleisch, Wurst, Fisch, Käse, Eier und Alkohol.

Flexitarismus

Der noch recht junge Begriff „Flexitarier“ bezeichnet Menschen, die sich überwiegend von pflanzlicher Kost ernähren, jedoch hin und wieder Fleisch oder Wurst essen.

Makrobiotik

Eine Lebensweise, die zu einem gesunden langen Leben führen soll. Die Kost ist überwiegend vegetarisch und besteht vor allem aus unverarbeitetem Getreide, Algen, einigen Gemüsen und kleinen Mengen Fisch. Die makrobiotische Lehre widerspricht anerkannten wissenschaftlichen und medizinischen Kenntnissen. Ihr Anspruch, alle Krankheiten heilen zu können, gilt als widerlegt.

Rohkost

Rohköstler verzehren nur unerhitzte Lebensmittel, also vorwiegend Gemüse und Obst. Kartoffeln, Reis und Hülsenfrüchte sparen sie aus, weil man sie kochen müsste.

Trennkost

Der menschliche Körper kann Kohlenhydrate und Eiweiße nicht gleichzeitig optimal verwerten – aus dieser Hypothese entwickelte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts die „Trennkost“, bei der eiweißhaltige und kohlenhydrathaltige Lebensmittel nicht gleichzeitig auf den Tisch kommen. Einige modernere Ernährungsformen und Diäten basieren auf einer Weiterentwicklung des Trennkost-Prinzips.

Traditionelle Chinesische Medizin

Nach Ansicht der Traditionellen Chinesischen Medizin beruhen alle Lebensvorgän - ge auf fünf Elementen. Krankheiten entstehen, wenn ihr Gleichgewicht gestört ist. Eine bewusste Auswahl der Lebensmittel soll Abhilfe schaffen. Die Lebensmittelauswahl ist pflanzlich betont, aber nicht vegetarisch, und umfasst vor allem Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide, Fleisch und Fisch. Milchprodukte, rohes Obst und Gemüse haben einen geringeren Stellenwert.

Veganismus

Veganer verzichten auf alle Produkte, die von Tieren stammen. Neben Fleisch, Fisch, Milchprodukten, Eiern und Honig sind für Veganer auch Leder, Wolle und manchmal sogar Kosmetika und Medikamente mit tierischen Anteilen tabu.

Vegetarismus

Vegetarier verzichten bewusst auf den Verzehr von Fleisch beziehungsweise Fisch. Anders als Veganer verzehren die meisten Vegetarier jedoch auch Eier, Milchprodukte oder Honig („Ovo-lacto-Vegetarier“). Sie verzichten jedoch auf Produkte aus geschlachteten Tieren, etwa Gelatine oder Schmalz.

Vollwerternährung/Vollwertkost

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung definiert eine Kost dann als „vollwertig“, wenn sie alle nötigen Nährstoffe in ausreichender Menge, im richtigen Verhältnis und in der richtigen Form enthält. Dabei wird auch der Sättigungswert der Lebensmittel berücksichtigt. Den Schwerpunkt bilden Getreideprodukte, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst. Bevorzugt werden Vollkornprodukte. Fleisch solltenicht täglich auf dem Speiseplan stehen, ein- bis zweimal pro Woche Fisch.

Zu den Autoren

Die Redaktionsmitglieder der mobil Christiane Reichelt und Julia Bidder stellten diese Informationen für die mobil-Ausgabe 4/2013 zusammen.