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Disease-Management-Programm: Gezielte Hilfe bei Osteoporose

Ratgeber Rheuma und Osteoporose
Die Ratgeber-Broschüre "Rheuma und Osteoporose" (2025) bietet medizinisch geprüfte Informationen zum Krankheitsbild Osteoporose. Lesen Sie darin, wie Sie Ihr Knochengerüst stärken können.

Disease-Management-Programme sind Behandlungen für Menschen mit chronischen Erkrankungen. Das DMP Osteoporose gelangt jetzt in die Versorgung.

Das Disease-Management-Programm (DMP) ist ein besonderes Behandlungsangebot für Menschen mit chronischen Erkrankungen. Für 13 Indikationen gibt es entsprechende Programme, darunter Brustkrebs, Asthma oder Diabetes. Einige der DMP sind noch neu wie Adipositas oder rheumatoide Arthritis und/oder noch nicht in der Versorgung angekommen – wie chronischer Rückenschmerz oder Depressionen.

Die inhaltlichen Anforderungen an das jeweilige Programm werden im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) erarbeitet und in der DMP-Anforderungen-Richtlinie festgelegt. Dazu zählen die Behandlung nach aktuellem Stand der Wissenschaft, Maßnahmen zur Qualitätssicherung, die Einschreibung der Versicherten, die Schulung der Ärztinnen und Ärzte sowie der Patientinnen und Patienten. Desweiteren gehören Vorgaben zur Dokumentation und Evaluation dazu. Auch Patientenvertreterinnen und -vertreter sind beratend an der Erarbeitung beteiligt.

Warum ein DMP?

Das vorrangige Ziel ist eine bessere Versorgung chronisch kranker Versicherter. Insbesondere sollen Folgeschäden und Komplikationen, die durch die chronische Krankheit bedingt sind, bei den Betroffenen vermieden werden.

Ein weiterer Vorteil der DMP ist eine gut abgestimmte Organisation der Behandlung. Das bedeutet: Hausärztinnen und Hausärzte, Fachärztinnen und Fachärzte sowie andere Therapiebeteiligte arbeiten enger zusammen als sonst.

Patientenschulungen sind ein zentrales Element aller DMP. Ihr Ziel ist es, Patientinnen und Patienten umfassend über ihre Erkrankung und die Behandlungsmöglichkeiten zu informieren sowie den alltäglichen Umgang mit der chronischen Erkrankung zu erleichtern. Die Inhalte reichen von medizinischem Wissen über konkrete Verhaltenstipps bis hin zu den Themen Ernährung und Bewegung.

Die gesetzlichen Krankenkassen bieten die DMP an und schließen dafür regionale Verträge mit Ärztinnen, Ärzten und weiteren Gesundheitseinrichtungen wie Krankenhäusern. Die Teilnahme am DMP ist freiwillig – sowohl für Betroffene als auch für die Behandler.

Das DMP Osteoporose wurde bereits 2020 im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) beschlossen und gelangt nun nach und nach in die Versorgung.

Was sind Inhalte und Ziele des DMP Osteoporose?

Therapieziele des DMP Osteoporose sind:

  • Vermeidung von Frakturen, auch durch Vermeidung von Stürzen
  • Erhöhung der Lebenserwartung
  • Verbesserung oder Erhaltung der Lebensqualität und selbstbestimmten Lebensführung
  • Reduktion von Schmerzen
  • Verbesserung oder Erhaltung von Funktion und Beweglichkeit
  • Verhinderung der Krankheitsverschlechterung

Das DMP Osteoporose beinhaltet zudem Empfehlungen zur medikamentösen Therapie, zu einem strukturierten Medikamentenmanagement bei Multimedikation und zu regelmäßigen Verlaufskontrollen. Zu den nichtmedikamentösen Therapien gehören beispielsweise das Funktionstraining oder der Rehabilitationssport, lebensstilbezogene Beratungen und Maßnahmen zur Reduktion des Sturzrisikos.

Wer kann sich einschreiben?

Patientinnen ab dem vollendeten 50. Lebensjahr und Patienten ab dem vollendeten 60. Lebensjahr können in das Programm eingeschrieben werden. Voraussetzung ist eine ärztlich gesicherte Osteoporose, die (medikamentös) behandelt werden muss – etwa nach einem Knochenbruch oder wenn ein besonders hohes Risiko besteht, bald einen Bruch zu erleiden.

Wer koordiniert die Behandlung?

In der Regel verantworten Hausärztinnen und Hausärzte die Koordination der Behandlung. Sie kümmern sich um die Einschreibung ins Programm, die Dokumentation, die langfristige Betreuung und die Abstimmung mit Fachärztinnen und Fachärzten.

Wenn keine anderen (schweren) Erkrankungen vorliegen oder Betroffene schon lange in der Praxis behandelt werden, kann die Koordination im DMP Osteoporose auch durch Fachärztinnen oder Fachärzte für Orthopädie und/oder Unfallchirurgie erfolgen.

Werden DMP aktualisiert?

Der G-BA aktualisiert und evaluiert die Programme in regelmäßigen Abständen – unabhängig davon, ob diese bereits in der Versorgung sind oder nicht. Für bereits laufende DMP müssen dann die entsprechenden Verträge angepasst werden. Derzeit erfolgt eine Aktualisierung, unter anderem für das DMP Osteoporose.

Autorin: Sabine Eis, ist Referentin für Politik und Soziales, Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband.

Dieser Text erschien zuerst in der Mitgliederzeitschrift "mobil", Ausgabe 1-2026. Sechs Mal im Jahr erhalten Mitglieder der Deutschen Rheuma-Liga die Zeitschrift direkt nach Hause (jetzt Mitglied werden).

Gut zu wissen: Verantwortungen und Richtlinien

In Deutschland gibt es 17 Kassenärztliche Vereinigungen (KV), die für die vertragsärztliche Versorgung der gesetzlich Versicherten verantwortlich sind. Die Vertragsinhalte der DMP sind auf den Internetseiten der jeweiligen KV eingestellt. Den Zugang finden Sie über die Website der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.

Hier finden Sie auch eine Übersicht der jeweils teilnehmenden Arztpraxen.

Die DMP-Anforderungen-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) enthält die erkrankungsspezifischen Anforderungen an das DMP Osteoporose.