Morgens aufwachen, die Gelenke steif, und der Gedanke an die Übungen im vollen Alltag – ein Szenario, das viele Menschen mit axialer Spondyloarthritis kennen. An dieser Stelle setzt die Axia-App an.
Die digitale Gesundheitsanwendung Axia soll Menschen mit axialer Spondyloarthritis, darunter Morbus Bechterew, im Alltag unterstützen. Die App ist seit Februar erhältlich. Axia richtet sich an Betroffene in unterschiedlichen Krankheitsstadien.
Die App wurde gemeinsam mit der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew und der Deutschen Rheuma-Liga entwickelt.
Die Axia-App ist darauf ausgelegt, Bewegungstherapie, Wissen und Selbstmanagement möglichst alltagstauglich zu verbinden. Gerade bei einer Erkrankung, bei der regelmäßige Bewegung eine wichtige Rolle spielt, kann das einen praktischen Unterschied machen.
Bewegungsprogramme und Symptom-Tracking
Im Mittelpunkt der Anwendung stehen individuell nutzbare Übungen, die sich an den Bedürfnissen der Nutzerinnen und Nutzer orientieren. Dazu gehören Bewegungsprogramme, Atemübungen, Wissensmodule sowie Funktionen zum Symptomtracking. Mehr als 250 Übungsvideos sollen dabei helfen, die Bewegungstherapie regelmäßig und strukturiert umzusetzen. Ergänzend kommen motivierende Elemente hinzu, die die Anwendung im Alltag erleichtern sollen.
„Digitale Gesundheitsanwendungen wie die Axia-App sind eine Chance, weil sie zeit- und ortsunabhängig genutzt werden können“, sagt Gerlinde Bendzuck, Vizepräsidentin der Deutschen Rheuma-Liga. Das ist besonders für Menschen wichtig, die ihre Therapie nicht immer direkt vor Ort begleiten lassen können. DiGAs können dabei helfen, Versorgungslücken zu überbrücken und Betroffene stärker in die eigene Behandlung einzubinden.
Bewegung ist für Menschen mit rheumatischen Erkrankungen ein wichtiger Bestandteil der Therapie. „Digitale Gesundheitsanwendungen können Betroffenen Anreize bieten, sich täglich zu bewegen“, sagt Marleen Kerstin, Bewegungsreferentin der Deutschen Rheuma-Liga.
App ersetzt keine ärztliche Betreuung
Gleichzeitig ersetzt eine App keine ärztliche Betreuung. Sie kann eine Therapie unterstützen, aber nicht an die Stelle von Diagnostik, Verlaufskontrollen oder persönlicher Beratung treten. Ihr Nutzen hängt außerdem davon ab, ob sie zur Erkrankung und zur Lebenssituation der Betroffenen passt.
Studie am Uniklinikum Würzburg
Die Wirksamkeit von Axia wurde am Universitätsklinikum Würzburg mit 200 Teilnehmenden untersucht. Dabei wurden die Teilnehmenden entweder der App-Nutzungsgruppe oder einer Kontrollgruppe zugelost. Nach zwölf Wochen regelmäßiger App-Nutzung zeigte sich bei der App-Gruppe eine reduzierte Krankheitsaktivität und weniger Schmerzen, die Funktionsfähigkeit sowie die Lebensqualität stiegen.
App auf Rezept erhältlich
Der Zugang zu Axia erfolgt über ein Rezept oder über die Krankenkasse. Nach der Verordnung wird die App freigeschaltet und kann dann auf dem Smartphone genutzt werden.

